Melden Sie sich kostenfrei an, um Artikel vollständig zu lesen...
News und Promotion-Beiträge sind ohne Registrierung kostenfrei zu lesen
Login

Passwort vergessen?
Registrieren
   

Passwort ist zu kurz (mind. 8 Zeichen).
Versorgen & Verbinden

0 Bewertungen

„Flexibles System für alle Märkte“

Text: Juliane Witten
Wie die neuen Funktionen der 3VA-Reihe mit einem übergeordneten Energiemanagement zusammenspielen, erklären Andreas Matthé, CEO des Siemens-Geschäftsbereichs Low Voltage & Products und Produktmanager Martin Moosburger im A&D-Titelinterview.

A&D: Welche Anforderungen haben zur Entwicklung der neuen 3VA-Familie geführt?

Martin Moosburger: Vor allem der Trend der Miniaturisierung hat die Entwicklung des 3VA1 beeinflusst, so dass es jetzt möglich ist, Schaltschränke und Schaltanlagen viel platzsparender zu bauen. Zudem übernimmt die Schalterfamilie eine neue Funktion: Es geht nicht mehr nur darum, die Leitungen in der Anlage zu schützen, sondern auch betriebsrelevante Daten zu erfassen und an übergeordnete Systeme weiterzugeben. Außerdem ist das selektive Abschalten beziehungsweise das Thema Anlagenverfügbarkeit wichtig, aber auch die Verschmelzung mit der Automatisierungswelt und die Integration in das TIA-Portal.

Wie lange hat die Entwicklung der Schalter gedauert und wie ist der aktuelle Stand?

Moosburger: Wir entwickeln ja nicht nur einen Schalter, sondern ein komplettes System. In der Regel dauert die Entwicklung eines Schalters etwa fünf Jahre. Das Modell 3VA2 bis 250 Ampere ist bereits seit Oktober 2013 auf dem Markt. Zur Hannover Messe stellen wir dann den 3VA1 bis 160 Ampere sowie die Erweiterung der 3VA2-Reihe mit bis zu 630 Ampere vor.

Stellt die 3VA-Serie nur eine Erweiterung des Sentron-Portfolios dar oder löst es ältere Produkte ab?

Moosburger: Also zunächst geht es darum, die Funktionalität der Kompaktleistungsschalter zu erweitern und die bestehenden Reihen nach und nach abzulösen, aber das wird noch etwas dauern.

Andreas Matthé: Natürlich werden wir auch die Schalter ohne erweiterte Funktionalität noch eine Weile behalten, schließlich können unsere Kunden nicht von heute auf morgen alles umstellen.

Welche strategische Bedeutung hat die Erweiterung Ihres Portfolios?

Matthé: Vor allem die erweiterte Funktionalität der neuen Schalter bringt uns neue Marktmöglichkeiten. Ein wichtiger Aspekt ist auch unser umfangreiches Zubehör, das eine Vielzahl von Anwendungen ermöglicht.

Moosburger: Wir liefern ein flexibles System für alle bekannten und noch kommenden Applikationen und Branchen. Mit den erweiterten Schaltern sind wir sehr breit aufgestellt, angefangen bei der Energieverteilung in Industrieanwendungen über Infrastruktur und Energieerzeugung bis hin zu Gebäudeinstallationen.

Für welche Anwendungen im industriellen Umfeld eignet sich besonders der 3VA1 und für welche der 3VA2?

Moosburger: Siemens trennt hier zwei Bereiche: Beim 3VA1 liegt der Fokus auf kompakten Abmessungen und Standardanwendungen, zum Beispiel in einfachen Infrastrukturanwendungen und im Maschinenbau. Mit dem Schalter 3VA2 hingegen, lassen sich komplexere Aufgaben lösen: So werden hier zum Beispiel Themen wie Selektivität, Kommunikation und hohes Ausschaltvermögen adressiert. Zudem messen diese Schalter nicht nur Strom, sondern auch Spannung. Der Kunde sieht also, wo er wieviel verbraucht und kann den Energiefluss besser steuern und managen.

Der Schalter lässt sich um 70 Funktionen und 500 Zubehörteile erweitern. Braucht es wirklich so viel?

Moosburger: 70 Funktionen hören sich zwar viel an, aber jeder Kunde und jede Anlage haben individuelle Anforderungen. Durch unseren Schalter kann der Kunde sich genau die Funktionalität aufbauen, die er für seine Applikation braucht. Zum Beispiel haben wir ein modulares Kommunikationskonzept. Dann haben wir Komponenten für den Fehlerstromschutz, wie etwa seitliche RCDs, RCDs sowie außerdem ein breites Spektrum an kundenspezifischer Anschlusstechnik.

Matthé: Das hört sich nicht nur viel an, das ist auch viel. Der Vorteil liegt darin, dass wir individuelle Schalter anbieten können. Unsere Kunden können die Module einfach am Schalter einstecken oder austauschen. So sind keine Funktionen dabei, die man nicht braucht und es fehlt aber auch nichts. Der Kunde kann sich seinen Schalter innerhalb kurzer Zeit über unseren Online-Konfigurator zusammenstellen. Das spart Zeit, gerade bei so einem komplexen System.

Moosburger: Neben den bekannten drei- und vierpoligen Anwendungen bieten wir jetzt erstmals auch ein- und zweipolige Ausführungen an. Außerdem gibt es verschiedene manuelle Antriebe:seitlich und frontseitig angebaut. Hervorzuheben ist auch das interne Zubehör, das sehr einfach, flexibel und fehlersicher in die Zubehörtasche eingebaut werden kann.

Welche Rolle spielen die Schalter in Bezug auf ein übergeordnetes Energiemanagement?

Moosburger: Unsere Schalter sind wichtige Komponenten im Energy Management. Die Logik für ein Power-Managementsystem wird über eine Software gesteuert. Die neuen Schalter stellen dabei sämtliche betriebsrelevanten Daten zur Verfügung und geben Rückmeldungen, wenn Probleme in der Anlage vorhanden sind, zum Beispiel über Überstromauslöser, Hilfsschalter oder Differenzstromschutzgeräte.

Matthé: Wenn man über Industrie 4.0 spricht, ist die Erfassung von Daten und die Kommunikation mit dem Gesamtsystem Grundvoraussetzung. Früher hat man nur den einfachen Schalter gehabt und zusätzlich Strom, Spannung und andere Werte erfasst. Heute haben wir das alles in einem Gerät. Nicht nur im Industrie-, sondern auch im Gebäude- und im Infrastrukturbereich. Wichtig ist, dass Daten erfasst werden können, während gleichzeitig der Schutz für Anlagen, Equipment und Menschen besteht.

Eignen sich die Schalter nur für die Integration in neue Anlagen oder können auch alte Anlagen damit aufgerüstet werden?

Moosburger: Sie eignen sich für beides. Aufgrund der kompakteren Abmessungen der neuen Schalterreihen können auch bestehende Anlagen mit den neuen Schaltern ausgerüstet werden. Hierbei ist aber zu beachten, dass natürlich trotzdem noch ein gewisser Engineering-Aufwand notwendig ist. Hierbei unterstützen wir den Kunden aber durch umfangreiche Engineering-Daten, wie zum Beispiel CAx.

Welcher der beiden Schalter wird das Zugpferd sein?

Matthé: Das Zugpferd hinsichtlich der Innovation, sind Kommunikation, individuelle Messfunktionen und Selektivität, sprich die Features des 3VA2. Aber von den Stückzahlen her punktet sicherlich der kompakte Schalter. Insgesamt ergänzt sich die gesamte Schalterfamilie sehr gut.

Bildergalerie

Firmen zu diesem Artikel

Nach oben