Versorgungs- & Verbindungstechnik Effizienz in der Kette

11.04.2012

Die kontinuierlich steigenden Anforderungen im Maschinenbau betreffen auch Kabel und Leitungen. Speziell in Schleppketten müssen sie immer höheren Verfahrgeschwindigkeiten und Beschleunigungen standhalten. Servoleitungen bieten an dieser Stelle einige Pluspunkte.

Unter dem Motto „Sieben auf einen Streich“ hat Lapp die neue Motorenleitung Ölflex Servo FD796CP präsentiert. Die neue Premiumleitung soll sieben Servo-Motorenleitungen auf einmal ersetzen und den Nutzern einige zusätzliche Vorteile bescheren. Damit will sich die Stuttgarter Lapp-Gruppe in die Riege der internationalen Servoleitungshersteller einreihen.„Schneller, weiter, höher, länger, preiswerter - das sind die Anforderungen im Maschinen-, Anlagen- und Werkzeugmaschinenbau, die auch von uns Leitungsbauern verlangt werden“, erklärt Lapp-Produktmanager Volker Huber. Es gilt, immer größere Werkstücke zu bearbeiten - bei immer kürzeren Bearbeitungszeiten. Damit gehen ständig steigende Verfahrgeschwindigkeiten und Beschleunigungen einher. Bewegte Teile müssen demnach so klein und leicht wie möglich gehalten werden. Dies betrifft auch sämtliche Arten von Verbindungsleitungen, egal ob elektrisch, hydraulisch, pneumatisch oder optisch. Die neue Ölflex-Servoleitung ist als Motorzuleitung zur Verdrahtung von Servomotoren, speziell in Schleppketten, mit langen Verfahrwegen bis zu 100 m ausgelegt und passt zu den verbreiteten Antriebssystemen.

Effizienz und Geschwindigkeit steigern

Gerade bei schnellem Vielfach-Positionswechsel kann die neue Premiumleitung von Lapp ihr Potenzial ausspielen. Verbaut in Energieführungsketten hält sie Beschleunigungen bis zu 50 m/s², bei Geschwindigkeiten bis zu 5 m/s und Verfahrweglängen bis zu 3 m problemlos stand. Damit ermöglicht sie laut Hersteller ein schnelleres und effizienteres Arbeiten als bisherige Schleppkettenleitungen. Zudem könnten die anteiligen Hochlauf- und Bremszeiten bis zu 96 Prozent reduziert werden. Kurzum, die neue Premiumleitung ist darauf ausgelegt, Zeit zu sparen und die Produktivität zu erhöhen, bei langer Lebensdauer und geringem Platzverbrauch und Gewicht. Trotz der höheren Leistung will Lapp die neue Servoleitung preislich auf dem gleichen Niveau wie bisherige Ölflex-Kabel anbieten. Der Kunde soll außerdem von der einfacheren Bestellung und der effizienteren Lagerung profitieren. Entwickelt wurde die Servoleitung bei der Lapp-Gruppe in Stuttgart. Mit einer kapazitätsarmen Polyolefin-Isolierung punktet sie durch geringere EM-wirksame Ableitströme bei gleichzeitig sehr hoher Durchschlags- und Spannungsfestigkeit. Sie ist halogenfrei und flammwidrig und verfügt über alle wichtigen Approbationen wie UL AWM, CSA AWM und VDE. Bei Bedarf gibt es die Servomotorleitung auch mit zusätzlich abgeschirmten Signalstromkreisen für die Temperaturüberwachung der Motorwicklung und einer optional einsetzbaren elektromagnetischen Bremse.

Investition in Prüftechnik

Auch die Fertigung der neuen Leitung findet in Stuttgart statt - im Kabelwerk der Lapp-Gruppe. Um die Qualitätsstandards nachhaltig sicherzustellen, hat der Hersteller in neue Schleppkettenleitungs-Prüfanlagen im eigenen Testzentrum investiert. Mit Verfahrgeschwindigkeiten von bis zu 10 m/s und Beschleunigungen von bis zu 100 m/s² wird die Leitung in der Prüfanlage einer hohen dynamischen Wechselbiegebelastung ausgesetzt. Geht Lapp mit den neuen Testanlagen also in eine Qualitätsoffensive? Dazu Produktmanager Huber: „Nach unserem Qualitätsverständnis müssen neu entwickelte Produkte stets hinreichend für ihr bestimmungsgemäßes Einsatzfeld erprobt sein. Physikalisch-technische Einsatz- und Verwendungsparameter und die damit verbundenen Anforderungen an die Belastungsgrenzen der eingesetzten Komponenten wollen wir zum Nutzen des Anwenders ständig anheben. Insoweit ist es für uns ein Muss die notwendigen Investitionen im Prüfmittelbereich zu tätigen, um die Qualifikation des Neuproduktes einsatz- und verwendungsnah durchführen zu können. Weil sie also eine schiere Notwendigkeit darstellt, sehe ich die neue Testanalage nicht im Kontext einer Qualitätsoffensive. Innovationsoffensive wäre wohl treffender.“

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