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In den Terminals in Ludwigshafen sind mehrere Containerbrücken rund um die Uhr im Einsatz. Bild: Tsubaki Kabelschlepp
Energieführungskette

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Containerbrücke schleppt wieder

Text: Peter Sebastian Pütz, Tsubaki Kabelschlepp
Ship-to-Shore-Verladesysteme bilden eine Brücke zwischen Containerschiff und Hafenanlage und ermöglichen so eine einfache Be- und Entladung der Frachträume. Die Anlage einschließlich aller Komponenten muss besonders robust sein. Wo alte Energieführungssysteme versagen und bares Geld kosten, wird ein neues System benötigt.

Mit einer Jahrestransportleistung von 2 Millionen Standardcontainern ist Contargo eines der marktführenden Con­tainer-Hinterlandlogistik-Netzwerke in Europa. Das Unternehmen verfügt über eigene Terminals als Knotenpunkte und eigene Transportlinien per Binnenschiff, Zug und Direkt-Lkw.

Zu laut und ständig defekt

Contargo Rhein-Neckar betreibt trimodale Terminals im Ludwigshafener Kaiserwörthhafen und im Mannheimer Handelshafen. Trimodal heißt, dass die Übergänge von Schiff zu Bahn und Lkw perfektioniert sind. Dazu tragen maßgeblich Ship-to-Shore-Verladebrücken bei, die in den Terminals für den reibungslosen Transport der Container zwischen den Schiffen und dem Festland sorgen. Diese speziellen Krane laufen rund um die Uhr und werden stark beansprucht. Eine der Containerbrücken in Ludwigshafen konnte den hohen Leistungsanforderungen allerdings nicht mehr genügen: Sie musste wöchentlich gewartet werden, was mit entsprechenden Stillstandzeiten und Ausfallskosten verbunden war. Zudem war der Kran im Betrieb extrem laut: Kreischende Geräusche hatten bereits zu Beschwerden aus den angrenzenden Wohngebieten geführt.

Das Problem bestand allerdings nicht im Kran selbst, sondern in der bis dato eingesetzten Energieführungskette. Sie verursachte den Lärm, was man zunächst mit einer Reihe von Maßnahmen zu beheben versuchte: Im ersten Schritt wurde ein mitfahrender Grafitstift verbaut – was allerdings nicht zum gewünschten Ergebnis führte. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde ein Zentralschmiersystem installiert, das die Rollenlaufflächen am Führungskanal kontinuierlich schmieren sollte. Auch hier blieb der Erfolg weitestgehend aus, die Zentralschmierung führte lediglich zu einer erheblichen Verschmutzung der Anlage durch das Schmiermittel. Dies wiederum machte die knapp getakteten Wartungseinsätze nötig, häufig mussten zudem defekte Teile ausgetauscht werden. Im Frühjahr 2012 schließlich stieg die Kette auf und hing girlandenförmig neben dem Führungskanal, wodurch Kette und Leitungen beschädigt wurden.

Gesucht: Das passende System

Contargo kontaktierte mehrere Anbieter und bat um Lösungsvorschläge. Trotz der schlechten Erfahrungen mit dem alten System sollte erneut eine Energieführungskette zum Einsatz kommen. Der Hintergrund: Der Kran muss für ein kleineres Portal unterfahrbar sein, wobei ein Festoon mit herunterhängenden Leitungsschlaufen im Weg wäre. Beim Einsatz einer Stromschiene hingegen wäre die maximale Breite des Systems aufgrund der hohen Anzahl an Leitern deutlich überschritten worden. Bei der Art der Energieführung sollte also alles beim Alten bleiben – ansonsten aber musste sich einiges ändern, vor allem bezüglich der Lautstärke. Weitere Anforderungen waren eine wartungsfreundliche Konstruktion und eine hohe Anlagensicherheit.

Nach der Sichtung der Angebote entschied sich Contargo für eine Zusammenarbeit mit Tsubaki Kabelschlepp: Vor allem die in Aussicht gestellte erhebliche Reduzierung der Geräuschemissionen und die durchdachte Konstruktion der Anlage überzeugte die Ludwigshafener. Die Arbeiten am Kran 2 des Terminals begannen im November 2012 und im August 2013 erfolgte die Fertigstellung.

Flexibel, robust und wartungsfreundlich

Bei der Kette fiel die Wahl auf den Typ MC1300 mit Gleitschuhen und RM-Stegen. Die M-Serie gehört zur flexiblen Vario-Line. Es handelt sich dabei um eine multivariable Energieführung mit vielen Stegvarianten. Die robusten Energieführungsketten haben eine stabile Konstruktion der Laschen und einen geringen Gelenkverschleiß durch das Topf-Deckel-Prinzip: Hierbei werden die Zug- und Schubkräfte nicht wie üblich über die Bohrung-Bolzen-Verbindung, sondern über das großflächige, gekapselte Anschlagsystem übertragen. Auswechselbare Gleitschuhe sorgen für eine hohe Lebensdauer auch bei großer Beanspruchung.

Die Typenreihe MC1300 ist mit lösbaren Aluminium-Rahmenstegen ausgerüstet, letztere sind in verschiedenen Massiv-Ausführungen erhältlich. Bei Contargo kommen Rahmen­stege des Typs RM zum Einsatz. Sie sind vierfach verschraubt und beidseitig leicht und schnell zu öffnen. Mit einem maximalen Verfahrweg von 350 m, einer maximalen Verfahrgeschwindigkeit von 5 m/s und einer Beschleunigung von 25 m/s2 erfüllt die MC1300 sämtliche Rahmenbedingungen der Containerbrücke. Eine geschlossene, aber aufklappbare Dachkonstruktion bietet die gewünschte Wartungsfreundlichkeit und einen guten Schutz gegen die Elemente.

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