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Bei Windows 10 IoT Enterprise für Embedded PCs lassen sich Updates und Patches individuell steuern. Bild: Beckhoff
Betriebssystem für IoT

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Windows 10 für Industrial Automation

Text: Stefan Hoppe, Beckhoff Automation
Mit der Aktivierungspflicht ist jetzt Schluss. Beim Betriebssystem Windows 10 IoT Enterprise werden keine Features mehr untergeschoben. Auch gibt es nur noch einen Kernel. Applikationen, die für diesen nicht zur Verfügung stehen, lassen sich mit wenig Aufwand portieren.

Das Betriebssystem Windows 8 hat sich in der Automatisierungsbranche nie verbreitet. Der größte Show-Stopper war wohl die technisch nicht abschaltbare Aktivierung per Device. Diese Aktivierungspflicht gibt es bei der für Geschäftskunden ausgerichteten Ausführung Windows 10 IoT Enterprise nicht mehr. Viele Kunden werden daher direkt von Windows Embedded Standard 7 auf diese Version wechseln. Windows 10 IoT Enterprise ist nicht mehr in einzelnen Komponenten verfügbar und ist somit auch nicht skalierbar. Als Folge benötigt das System als Standard
16 GByte Speicher. +, dass Softwareanbieter nun sicher sein können, dass alle Funktionalitäten des Betriebssystems verfügbar und nutzbar sind. Das war bei den vorigen Versionen nicht gegeben, bei denen der Geräteanbieter sein „eigenes Image“ erstellen und Funktionen aussparen konnte. Allerdings müssen Anwender einen höheren Preis für die in der Automatisierung notwendigen, größeren Storage-Karten der Qualitätsstufe Industrial Grade in Kauf nehmen.

Updates unter Kontrolle

Die Enterprise-Version ist in verschiedenen „Branches“ verfügbar: Bei der Current Branch (CB) müssen monatliche Windows-Updates eingespielt werden; beim Current Branch for Business (CBB) werden Security-Updates direkt und sonstige Updates erst nach bewiesener Stabilität im Consumer-Markt in die Business-Geräte eingespielt - das kann bis zu acht Monate später sein. Für Industrial-Automation wird sich jedoch die LTSB-Variante (Long Term Servicing Branch) durchsetzen. Der offizielle Bestellname für diese Version ist Windows 10 IoT Enterprise 2015 LTSB. Über den Windows-Updatedienst werden hier keine neuen Features untergeschoben. Nur die Security-Patches können optional auf Verlangen eingespielt werden. Die LTSB-Version hat weder den Assistenten Cortana On-Board, noch einen Zugang zum Microsoft-Store – was sicherlich verkraftbar ist für Maschinensteuerungen.

Ein Kernel für alle Varianten

Alle aktuellen Varianten des Microsoft Betriebssystems Windows 10 basieren auf dem gleichen Kernel: „One Core – One Platform – One Store“, so die Botschaft von Microsoft. Die Universal Windows Platform (UWP) und der Universal Windows Driver (UWD) können auf allen Windows-10-fähigen Geräten flexibel eingesetzt werden. Die kleinste Version Windows 10 IoT Core läuft auch auf Rasp­berry Pi2-Geräten, dem Qualcomm Dragonboard oder auf MinnowBoard MAX mit 64-Bit-Intel-Atom-CPU.

Als minimale Anforderungen nennt Microsoft eine 600-MHz-CPU, 2 GByte Storage und 256 MByte Arbeitspeicher für Headless-Geräte beziehungsweise 512 MByte RAM für Geräte mit lokalem User-Interface. Diverse Technologien stehen unter IoT Core jedoch nicht mehr zur Verfügung: Applikationen, die GDI, MFC, WinForms oder WPF nutzen, müssen auf XAML, DirectX und HTML umgeschrieben werden. Der Portierungsaufwand für native Win32- oder .NET-Applikationen ist jedoch gering. Um eine schnelle Verbreitung zu erreichen, stellt Microsoft das Betriebssystem Windows 10 IoT Core, einschließlich dem zum Engineering benötigten Visual Studio 2015, kostenlos zur Evaluierung zur Verfügung; ebenso ist die Lösung für den privaten Gebrauch gratis.

Für den kommerziellen Einsatz gibt es von Microsoft die Version Windows 10 IoT Core Pro zum günstigen Preis, der vergleichbar zu Windows CE ist. Diese Version bietet mit 10 Jahren Support-­Unterstützung den im Industriebereich notwendigen langen Lifecycle; und nur bei dieser Version sind die automatischen Update-Mechanismen abschaltbar.

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