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Bild: cacaroot, iStockphoto; Rockwell Automation
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Security für die Smart Factory

Text: Harry Jacob für A&D
Wenn von vernetzten Unternehmen die Rede ist, geht es immer um das Zusammenführen verschiedener Daten auf unterschiedlichen Ebenen. Und damit auch immer um die Datensicherheit. Eine Lösung von der Stange, die einen sorgenfreien Betrieb garantiert, gibt es nicht, aber eine Referenzarchitektur, die IT- und OT-Komponenten vieler verschiedener Hersteller zusammenbringt.

Es gibt viele Möglichkeiten, in der Fertigung an Produktivität einzubüßen – und damit seine Wettbewerbsfähigkeit zu schwächen: Wenn die Produktionszyklen nicht ausgereizt werden, wenn der Materialeinsatz höher ist als nötig, durch ungeplante und zu lange geplante Stillstandszeiten. In der Lebensmittelindustrie kann das Verwenden von falschen Behältnissen die Ware verderben. Und auch beim Versand läuft schnell einiges schief, was zusätzliche Kosten verursacht und Kunden verärgert. Das Grundübel sind stets Prozesse mit nicht ausreichender Qualität. Die Smart Factory soll hier entscheidende Fortschritte ermöglichen. Mehr Daten sammeln, ausgewählte Daten verknüpfen und dadurch bislang nicht verfügbare Informationen schaffen, die bessere Entscheidungen ermöglichen, so lautet die Kurzfassung des Versprechens, das die Vernetzung im Rahmen von Industrie 4.0 gibt.

Connected Enterprise

Rockwell Automation hat zusammen mit zahlreichen Partnern einen eigenen Entwurf für die Smart Factory entwickelt. Das Konzept nennt sich Connected Enterprise, denn hier geht die Vernetzung noch über die einzelne Anlage oder die einzelne Fabrik hinaus. So lassen sich weltweit Produktionskapazitäten gemeinsam verwalten und monitoren. Aber auch der Datenaustausch mit Zulieferern und Abnehmern ist vorgesehen. Denn auch verspätete Lieferungen von Vorprodukten und Rohstoffen oder Probleme bei der Auslieferung können die Produktivität drücken und müssen deshalb in die Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung mit einbezogen werden. Eine Grundvoraussetzung für diese umfangreiche Vernetzung der Datenströme ist jedoch eine sichere Infrastruktur – und zwar sowohl auf Seiten der Informationstechnik (IT) als auch auf Seiten der Produktionstechnik (Operational Technology, OT).

Die OT hat Rockwell Automation selbst in der Hand und das Unternehmen unternimmt große Anstrengungen, diese so sicher wie möglich zu machen. Sujeet Chand, Senior Vice President und Chief Technology Officer (CTO) von Rockwell Automation, erläuterte im Gespräch mit A&D Teile der Sicherheitskonzeption. Der Hersteller setzt in Sachen Security auf ein Schichtmodell, das potenziell unsichere Teile des Netzwerks mit einer Schutzhülle versieht. Mit eigenen Sicherheits­features, die direkt in der Steuerung enthalten sind, schützt Rockwell Automation die Kommunikation zwischen Controller und Sensor. Aber auch OPC UA nutzt der Hersteller, und wenn fremde Steuerungen mit eingebunden werden, greift er auch auf die Mechanismen von ODVA zurück, die das CIP-Protokoll um Security-Features erweitern.

Offene Plattform

Bei der Ethernet-Infrastruktur kooperiert Rockwell Automation mit Cisco. Die Managed Switches der Stratix-Reihe basieren auf der Catalyst-Switch-Architektur des Netzwerkherstellers. Wie Chand erläuterte, sind neben diesen „Fully Managed“-Komponenten nun auch „Lightly Managed“-Switches im Programm. Die Stratix Modelle 5400 und 5410 zielen auf Kunden mit kleineren Anwendungen. Sie lassen sich einfacher konfigurieren, der Ethernet-Switch 5400 ermöglicht zudem eine Installation direkt auf der Maschine.

Wie die Steuerung Controllogix 5580 oder der Kinetix 5700 Servo Drive gehören auch die neuen Netzwerkkomponenten zur Referenzarchitektur Integrated Architecture des Herstellers. Zum einen lassen sich die Komponenten dieser Plattform über die Software Studio 5000 gemeinsam konfigurieren und steuern. Zum anderen handelt es sich dabei aber auch um eine offene Plattform, bei der Rockwell Automation darauf achtet, die Kompatibilität mit Komponenten zahlreicher Hersteller zu wahren und zu gewährleisten, dass die Zusammenarbeit funktioniert. Chand betont, dass dem Kunden die Wahl überlassen bleibe, mit welchen Mitteln er sein Netzwerk sicher gestaltet. Und er führt aus: „Security ist ein Thema, das immer im Fluss ist. Wir würden nie behaupten, wir sind hier die Besten oder die Größten. Aber wir bieten die umfassendste Architektur für End-to-End-Security an. Denn sie basiert auf offenen Standards, und sie bietet vielen Herstellern Zugang. Dadurch ist sie zum einen sehr gut erweiterbar, zum anderen extrem zukunftssicher.“

Der Kunde setze schließlich immer Produkte verschiedener Hersteller ein, das müsse man akzeptieren und unterstützen. In den seltensten Fällen kommt alles aus einer Hand. Laut Chand bleibt den OEMs gar nichts anderes übrig, als sich jeweils die beste Technik aus den verschiedenen Anbietern herauszupicken. Denn eine Silo-Architektur, die nur auf den Produkten eines einzelnen Anbieters beruhe, sei weniger produktiv und auch weniger sicher. Dass die großen IT-Konzerne wie Cisco oder Microsoft, mit denen Rockwell Automation kooperiert, versuchen könnten das Geschäft an sich zu reißen, glaubt er nicht. „Die arbeiten sehr gerne mit uns zusammen – denn wir haben die Kompetenz in der Fertigung und in der Konvergenz von IT und OT“.

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