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„Die Software hält alles zusammen“

Text: Harry Jacob, A&D
In der Automatisierung verschiebt sich das Augenmerk von der Hardware zur Software, da Funktionen so flexibler gestaltet werden können. Diese Entwicklung schafft gleichzeitig neue Möglichkeiten beim Bedienkonzept – zumindest wenn man eine moderne Visualisierung anbietet. Armin Glaser von Pilz macht im Gespräch mit A&D deutlich, was das in der Praxis bedeutet.
A&D:

PASvisu ist nicht die erste Visualisierungslösung. Was ist das Besondere daran?

Glaser:

Bei PASvisu setzen wir auf eine enge Verbindung von Steuerung und Visualisierung. PASvisu kann auf den kompletten Datenbestand von Automatisierungsprojekten mit unseren Steuerungen zugreifen. Gleichzeitig bieten wir eine moderne Oberfläche auf HTML5-Basis. Die Zielrichtung ist, den Endanwender mit ansprechenden Grafiken, mit durchgängigen Diagnose- und Visualisierungsinformationen zu versorgen. Dem Konstrukteur ermöglichen wir damit, das Maschinen- oder Anlagenbedienkonzept verständlicher zu gestalten. Gleichzeitig haben wir sichergestellt, dass die Visualisierung wenig Spielraum für Fehler lässt. Wir haben hier sehr große Erfahrungen gesammelt in der Frage, was unterscheidet einfache von komplexen Handhabungskonzepten, das kam uns hier zugute.

Können Sie das konkretisieren?

Dazu muss ich ein bisschen ausholen. PASvisu ergänzt unser Angebot kompletter Automatisierungslösungen. In dessen Mittelpunkt steht unser Automatisierungssystem PSS 4000 mit der Programmierumgebung PAS4000. Wir haben es hier geschafft, erstmals komplett auf eine symbolische Bezeichnung aller Baugruppen, Netzwerkteilnehmer und aller Prozessvariablen umzustellen. Und dies einheitlich für alle Funktionen der Sicherheit und der Automatisierung. Anwender profitieren von einer deutlich gesteigerten Flexibilität – so die Rückmeldungen vom Markt. Sicherheitsfunktionen standen diesem Konzept eigentlich immer entgegen, da sie klassisch immer einen Hardware-Bezug hatten. Diese Einschränkungen haben wir überwunden, und nun kann der Anwender ein komplettes Projekt mit symbolischen Bezeichnungen erstellen, ohne dass er bereits zu diesem Zeitpunkt genau festgelegt hat, wie die Hardware eingesetzt wird. Bei diesen Funktionen werden im Hintergrund sehr viele systeminterne Informationen aller Variablen und deren Kommunikationsbeziehungen und Mapping-Eigenschaften erzeugt. Das Schöne dabei ist, dass der Anwender nichts davon programmieren oder administrieren muss – er kann sich voll und ganz auf seine Aufgabenstellung konzentrieren.

Wie hängt das mit der Visualisierung zusammen?

Mit den symbolischen Prozessvariablen ist der Grundstock für die Visualisierung bereits gelegt. PASvisu ist direkt mit dem Steuerungsprojekt verlinkt, sodass auf jede existierende Variable direkt zugegriffen werden kann, ohne diese zu importieren oder von Hand anlegen zu müssen. Zusätzlich zu den Prozessvariablen stehen alle System- und Diagnosevariablen zur Verfügung. Das Entscheidende dabei ist, dass Fehlermöglichkeiten so komplett ausgeschlossen werden und eine spätere Orientierung im System wesentlich vereinfacht wird. Die Dokumentation erfolgt durch selbsterklärende symbolische Bezeichnungen quasi „nebenbei“.

Was konnten Sie denn bisher in Sachen Bedienkonzept bieten?

Wir haben unsere bestehende Diagnosefunktion Pilz Visualisierung- und Diagnosefunktion, PVIS genannt. Sie zeigt primär dem Inbetriebnehmer und dem Instandhalter sehr detailliert den Zustand seiner Maschine oder Anlage an. Alle Fehlerinformationen liegen in textueller Beschreibung vor – zusätzlich benennen wir zum Fehler auch mögliche Abhilfemaßnahmen zur Störungsbeseitigung. Über offene Datenschnittstellen wie OPC und ActiveX stellen wir diese Informationen auch für andere Systeme bereit, so dass sie ausgewertet und in ein Gesamtanlagen- und Visualisierungskonzept eingebunden werden können.

Und PASvisu…?

…setzt darauf jetzt eine grafische Oberfläche, so dass wir nicht nur eine textuelle und numerische Information ausgeben, also Beobachten, sondern zusätzlich auch Anlagen und Maschinen aktiv steuern und Bedienen zu können. Eingesetzt wird die moderne HTML5-Technologie, sodass man, sofern die Datenverbindung sicher hergestellt wird, von jedem Browser aus komplett auf die Visualisierung, also direkt auf die Steuerungsinformationen zugreifen kann. Unabhängig vom Rechner, vom Smartphone, vom Tablet-PC aus – von allem, was einen HTML5-fähigen Browser hat.

Damit erleichtern Sie die Fernwartung?

Ja, denn bei der Fernwartung ist es extrem hilfreich, wenn der Bediener an der Maschine und der Servicetechniker, der von außen zugreift, exakt den gleichen Maschinenzustand angezeigt bekommen und letzterer sich autark im Projekt bewegen kann. So werden Missverständnisse verhindert und Fehler schneller gefunden. Da viele unserer Anwender stark exportorientiert sind, ist diese Funktion wichtiger geworden.

Worauf legen die Kunden den Fokus bei einer solchen Lösung?

Die gemeinsame Datenbasis mit PAS als Projektierungs-Software erscheint den Anwendern besonders wichtig. Ein weiterer Punkt ist die Flexibilität der Anwendung, beispielsweise bei der Nutzung vorgefertigter Visualisierungselemente, die alle dynamischen Einstellungen, wie den Status gleich mitbringen können. Dazu kommt die Endgeräte-Unabhängigkeit, dank der offenen Web-Technologie. Dies führt zu einer verstärkten Nachfrage nach mobiler Bedienbarkeit der Maschinen und Anlagen.

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