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„Der enge Wettbewerb macht uns nur besser“

Text: FRAGEN: Mathis Bayerdörfer, A&D Foto: Rockwell Automation
Rockwell Automation legt seinen Fokus längst nicht mehr nur auf Nordamerika. Bei vielen Produkten und Leistungen steht Europa ganz vorne auf der Agenda. CEO Keith Nosbush sprach mit A&D über die Strategie und Ziele des Automatisierungskonzerns.

A&D: Rockwell Automation hat kürzlich die neue CompactLogix-Steuerungsgeneration vorgestellt. Ist dieses Midrange-System primär auf den europäischen Markt ausgerichtet?

Keith Nosbush: Ja, denn Europas Maschinenbauer haben sich auf hochwertige und komplexe Maschinen spezialisiert und besetzen das obere Ende der Wertschöpfungsskala. Unsere neue Steuerung ermöglicht diesen Kunden den Platzbedarf für eine leistungsfähige Maschinensteuerung wesentlich zu reduzieren. Das gilt auch für den US-amerikanischen Markt und die BRIC-Staaten und wir gehen davon aus, auch dort gute Geschäfte zu machen. Der Fokus liegt jedoch eindeutig auf OEMs in Europa.

Speziell in Europa gibt es einen engen Wettbewerb unter den Automatisierern. Wie gehen Sie damit um?

Nun, wir haben zahlreiche kompetente Mitbewerber auf der ganzen Welt und natürlich auch in Europa. Die meisten lassen sich aber weder bei der Breite ihres Portfolios, noch beim globalen Supportangebot mit dem vergleichen, was Rockwell Automation anbietet. Dennoch haben sie oft eine starke Position bei der OEM-Zielgruppe, auf die wir auch mit unserem neuen Midrange-System abzielen. Da wir stärker wachsen als der Markt, sind wir mit den Entwicklungen und Ergebnissen in Europa sehr zufrieden. Der enge Wettbewerb macht uns letztendlich nur besser. Deshalb konzentrieren wir uns für eine vorteilhafte Wettbewerbsposition auf unsere Differenzierungsstrategie.

Wie sieht Ihre Differenzierungsstrategie aus?

Wir wollen den eingeschlagenen Weg in den zwei Kernbereichen integrierte Architektur und intelligente Antriebsregelung auch weiterhin beschreiten. Das sind unserer Meinung nach die beiden großen Bereiche, in denen wir eine Differenzierung anbieten, mit hoher Fach- und Lösungskompetenz, Entwicklungsunterstützung und anderen Dienstleistungen.

Sie betonen Ihre Kompetenz in Sachen Integration. Welcher Ansatz steckt dahinter?

Wir arbeiten kontinuierlich daran, die Integration sowohl auf Antriebs- als auch auf Steuerungsseite voranzutreiben, um eine größtmögliche Benutzerfreundlichkeit sicherzustellen. So können wir unseren Kunden heute eine umfassende intelligente Plattform für Antriebs- und Steuerungstechnik anbieten: die Integrated-Architecture-Familie. Dabei legen wir hohen Wert auf unkomplizierte Programmierung, Installation und Wartung. Ein weiterer wichtiger Entwicklungsaspekt ist es, die Plattform für unsere Kunden kompatibel zu halten. Aber das Thema Integration hat viele Facetten, auch die Sicherheit gehört dazu. Der Anspruch an deren Funktionalität hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert - dem Gedanken der Integration folgend, ist die Sicherheitslogik direkt in die Steuerung gewandert. Wir sind stolz darauf, an dieser Stelle ein umfassendes Angebot zu präsentieren und erachten es als wichtiges Highlight unserer Differenzierungsstrategie.

Ein weiterer Aspekt der Integration beschreibt das Zusammenwachsen von Büro- und Produktionsnetzen. Warum ist Rockwell Automation dafür eine Partnerschaft mit Cisco eingegangen?

Cisco ist bekannt in der IT-Welt, Rockwell ist bekannt in der Industrie. Wir glauben beide an offene Standards und nichtmodifiziertes Ethernet. Deshalb bieten wir gemeinsam Kommunikationstechnik an, die der IT und der Fertigung große Vorteile bietet. Dafür bringen wir unsere Industrieerfahrung ein, gerade in Form von Robustheit. Cisco hingegen sorgt für die richtige Menge IT-Glaubwürdigkeit. Auf diese Weise wollen wir die natürliche Spannung zwischen IT und Produktion abbauen und die Lücke schließen - mit Sicherheit, mit Transparenz und mit Standard-Ethernet-Technik.

Ist denn der Markt überhaupt bereit für diese Durchgängigkeit?

Ja. Bei den meisten Beratungsgesprächen ist heute schon jemand von der IT dabei. Die Unternehmen haben erkannt, dass sie die Vorteile der ERP-Investitionen in der Produktion noch nicht ausnutzen. Das wollen sie jetzt ändern. Sie sind sich bewusst, dass Ethernet auch Probleme in die Produktion bringen kann. Das Internet ist offen und Sie wissen, was da draußen los ist. Niemand ist gegen Hacker immun. Deshalb müssen wir uns eine sichere Umgebung schaffen und das ist der zweite Punkt, den der Partner Cisco einbringt. Es geht also darum, wie wir die Kompetenzen, die wir beide haben, zum Nutzen der Kunden übereinander legen.

Auch in der Industrie geht es heute zunehmend um die Benutzerfreundlichkeit. Wie lautet diesbezüglich Ihre Strategie?

Für eine höhere Produktivität, niedrigere Kosten und eine bessere Time-to-Market ist nicht nur die Leistung der Automatisierung ausschlaggebend. Immer wichtiger werden Aspekte der Anwenderfreundlichkeit - schon bei der Entwicklung einer Maschine, aber auch bei Ihrer Bedienung und Wartung. Deshalb stellen wir unseren Kunden eine Vielzahl von Schnittstellen zur Verfügung: von Design Tools über die Parametrierung bis hin zu Visualisierung und Diagnose. An dieser Stelle kommt unser Partnernetzwerk besonders zum tragen: Wir bieten Anschluss an alle wichtige Entwicklungsumgebungen, zum Beispiel Eplan.

Richten Sie Ihr Portfolio auch auf die jungen, aufstrebenden BRIC-Regionen aus? Welche Unterschiede gibt es im Vergleich zu den etablierten Weltmärkten?

Ein Teil unserer Kunden - zum Beispiel viele OEMs - operieren global und verkaufen ihre Maschinen weltweit. Deshalb müssen wir einerseits attraktive Produkte für überregionale Unternehmen bieten, die überall auf der Welt die gleichen Prozesse fahren. Andererseits richten wir uns auch konkret auf die spezifischen Bedürfnisse einzelner Regionen aus. Mit ausgebauten Entwicklungskapazitäten in China, in Singapur und in Indien wollen wir den asiatischen Markt mit lokaler Kompetenz betreuen. Denn asiatische Kunden haben eine ganz andere Denkweise bei der Lösung von Automatisierungsaufgaben. Es geht also in beide Richtungen. Oft ist eine Kombination beider Strategien gefragt, um wirklich nah am Kunden zu sein.

Viele installierte Systeme in Europa sind bereits relativ alt. Welchen Stellenwert räumen sie dem Thema Modernisierung ein?

Veraltete Strukturen und in die Jahre gekommene Produktionsanlagen finden man in etablierten Volkswirtschaften häufig. Deren Nachrüstung ist ein wichtiges Geschäftsfeld für uns. Dann entwickeln wir gemeinsam mit dem Kunden eine Strategie für die kommende Generation der Produktionstechnik. Zudem setzen wir eine Roadmap auf, die es erlaubt, die Anlagen in der individuell passenden Geschwindigkeit zu modernisieren.

Viele Automatisierer setzen derzeit auf erneuerbare Energien. Wie bewerten Sie diese Branche?

Auch wir engagieren uns in den Bereichen Wind- und Solar. Aber die Märkte sind noch recht klein und werden es auch auf absehbare Zeit bleiben. Ich sage es ganz deutlich: Mit der verfügbaren Technik lassen sich mehr Einsparungen erzielen, als mit einer erzwungenen Umstellung auf neue Energien. Daher geht es uns bei Rockwell Automation primär darum, wie man Energie effizienter nutzen kann. Die Industrie verbraucht nach wie vor ein Drittel aller erzeugten Energie. Wir führen unsere Kunden zu mehr Effizienz auf Maschinenebene. Mit dieser Kompetenz sind wir hierzulande gut aufgehoben. Denn Europa hat an dieser Stelle eine Vorreiterrolle eingenommen.

Was dürfen wir von Rockwell Automation in den nächsten Jahren in Bezug auf Akquisitionen erwarten?

Wir werden unsere bisherige Politik fortführen. Das betrifft Fälle mit denen wir Know-how-Lücken innerhalb des Konzernportfolios schließen. Zudem bauen wir mit Akquisitionen unsere Fachkompetenz in bestimmten Regionen auf und aus. Unsere strategische Ausrichtung ist aber nicht zwingend auf die Akquisition anderer Unternehmen angewiesen und ich bin davon überzeugt, dass der größte Anteil in Zukunft organisches Wachstum sein wird.

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