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Tobias Blickle, ABB Stotz-Kontakt
Steuern & Vernetzen

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„Der Beratungsbedarf ist enorm gestiegen“

Text: Fragen: Nicole Wittmann, A&D Foto: ABB
Tobias Blickle, Produktmanager Safety Products bei ABB Stotz-Kontakt, erklärt, welche Herausforderungen die neue Maschinenrichtlinie mit sich gebracht hat und wie die Zukunft der Sicherheitstechnik aussehen könnte.

A&D: Wie hat sich die Einstellung der Maschinenbauer und Automatisierer zum Thema Sicherheit in den vergangenen Jahren gewandelt?

Tobias Blickle: Die Einstellung hat sich sehr positiv entwickelt. Das Thema wird viel ernster genommen. Maschinenbauer und Automatisierer sind sich ihrer Verantwortung bewusst und legen entsprechend hohen Wert auf das Thema Sicherheit.

Welchen Beitrag hat dazu die neue Maschinenrichtlinie geleistet?

Obwohl die neue Maschinenrichtlinie keine grundlegenden Veränderungen gebracht hat, ist das Thema durch die Umstellung auf die 2006/42/EG stark in den Vordergrund gedrungen. Die vorgenommenen �?nderungen sehen wir aber durchaus als Verbesserungen, zum Beispiel wurden die Begrifflichkeiten detaillierter definiert.

Ist mit der Umstellung auf die Norm EN ISO 13849-1 der Beratungsbedarf Ihrer Kunden gestiegen?

Der Beratungsbedarf ist definitiv gestiegen, er ist sogar enorm gestiegen. Die vielen Parameter, welche die Qualität einer Sicherheitsfunktion beeinflussen, sind stark erklärungsbedürftig.

Wo genau liegt für Maschinenbauer und Automatisierer die Schwierigkeit?

Die Begriffe hängen inhaltlich zusammen. Dieser Zusammenhang sowie die Bedeutung, die hinter PFH-Wert, MTTFd-Wert oder Diagnose-Deckungsgrad steht, sind nicht jedem geläufig.

Bei welchen Themen ist die Unsicherheit am größten?

Die größten Unsicherheiten zeigen sich bei der Validierung und Verifizierung sicherheitsgerichteter Software sowie bei der sicherheitstechnischen Bewertung komplexer Konstellationen und deren Umsetzung. Ist eine sicherheitsgerichtete Steuerung vorhanden und der Maschinenbauer schreibt für die Sicherheitsfunktionen ein Programm, dann muss dieses Programm - so fordert es die EN ISO 13849-1 - validiert und verifiziert werden. Hier herrschen die größten Unsicherheiten, besonders zumal die EN 954-1 das Thema sicherheitsgerichtete Software überhaupt nicht behandelt hat.

Was zeichnet moderne Sicherheitssteuerungen aus?

Die Sicherheitstechnik ist nur ein Part einer Maschine oder Anlage, demzufolge sind noch andere Systeme vorhanden. Deshalb sollte die Sicherheitstechnik einfach zu programmieren sein, sie sollte sich flexibel integrieren und einfach vernetzen lassen. Die Diagnosemöglichkeit sollte hoch sein, Ein- und Ausgänge sollten einfach zu visualisieren sein und Sensoren und Aktoren unterschiedlicher Anbieter sollten sich leicht integrieren lassen. Das alles zeichnet moderne Sicherheitssteuerungen aus.

Wagen Sie einen Blick in die Zukunft: Wie wird Sicherheitstechnik im Jahr 2020 aussehen?

Echtzeit-Bustechnik wird im Vordergrund stehen. Die direkte Anbindung sicherer Antriebe wird mehr zum Thema. Auch sichere Funklösungen könnten eine tragende Rolle spielen. Die Anbieter werden versuchen, noch mehr Intelligenz in die Sicherheitstechnik zu integrieren. Beispielhaft sei hier das Hot Spoting genannt.

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