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Das neue Gesicht der Maschinen

Text: Harry Jacob, A&D
Displays und Panel-PCs bestimmen zu einem großen Teil die Optik von Maschinen und Anlagen. A&D fragte im Markt nach, wie sich neue Techniken wie Gestensteuerung, veränderte Seitenformate und gefällige Designs auf die Entwicklung auswirken.
A&D:

Ist die Anwendung von Multitouch und Gestensteuerung bereits ausgereizt oder wird ihr Marktanteil noch steigen?

Markwardt:

In Anwendungen, die stark an Haptik oder Usability gebunden sind, kann der Marktanteil durch diese Techniken gesteigert werden, denn sie sind der Schlüssel zu einer besseren Bedienung. Insbesondere in der Frage nach Gestensteuerung entscheiden Aspekte wie Safety über die Verbreitung der Technik.

Kerscher:

Multitouch und Gestensteuerung sind ein großer Trend, da nahezu jeder Anwender diese Technik von Smartphone- oder Tablet-Anwendungen kennt. Zoomen, blättern oder durch Listen scrollen geht hier wesentlich schneller. Zusätzlich steigt durch die Mehrfinger- beziehungsweise Zweihandbedienung auch die Bediensicherheit. Die Usability ist ansprechender und bietet mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Kusch:

Wir gehen davon aus, dass Multitouch und Gestensteuerung bei Panel-PCs und Displays für die industrielle Automation erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen. Sehr viele potenzielle Anwender nutzen derzeit noch, teils aus Kostengründen, Panel-PCs und Displays mit herkömmlichen resistiven Touchscreens. Hier wird es in Zukunft sicher eine starke Verschiebung hin zu Multitouch geben.

Lang:

In Industrieanwendungen ist die Gestensteuerung nicht so verbreitet, da die Bediensicherheit noch nicht zufriedenstellend ist. Der Anteil der (Multi)Touch-Systeme wird allerdings in Zukunft wachsen.

Wird das bisherige Seitenverhältnis (4:3) von Widescreen (16:9) abgelöst?

Markwardt:

Der Abschreibungszeitraum für Produktionsanlagen liegt in der Regel zwischen acht und zehn Jahren. Die tatsächliche Nutzung ist jedoch weitaus länger. Die Software als Kernstück ist das kritische Medium, das nicht verändert werden soll. Da ein Großteil der heute eingesetzten Anwendungen auf das Format 4:3 entwickelt wurde, werden auch mittelfristig beide Formate benötigt.

Kerscher:

Viele der bestehenden Anlagen und Maschinen wurden mit Softwarelösungen im 4:3-Format realisiert. Daher wird diese Darstellungsmöglichkeit auch weiterhin eingesetzt. Bei neuen Applika­tionen kann ein Wechsel zum 16:9-Format sinnvoll sein, da sich die Möglichkeiten bei der Visualisierung und Bedienerführung erweitern: Taster und Tastaturen, die bei Terminals im 4:3-Format in Hardware verbaut wurden, können softwaremäßig dargestellt werden und je nach Screen unterschiedliche Funktionen haben – bei Hardware-Tastern ist das nicht möglich.

Kusch:

Die Bildschirmdiagonalen von Panel-PCs und Displays werden sich nach oben verschieben, in Richtung 19, 21 oder sogar 24". Diese Größen werden nur noch im Widescreen-Format angeboten. Im Bereich der kleineren Bildschirme von 10 bis 17" wird es weiterhin beide Seitenformate geben.

Lang:

Längerfristig werden in der Industrie beide Formate parallel weiterlaufen. Heute sind zirka 40 Prozent aller installierten Systeme im Widescreen-Format ausgelegt. Konventionelle Systeme werden vor allem dort eingesetzt, wo ein 4:3-Montageausschnitt vorgegeben ist.

Welchen Stellenwert hat das Design des Bildschirms bei der Kaufentscheidung?

Markwardt:

In vielen Bereichen im Maschinenbau steht das Corporate Design immer mehr im Vordergrund. Aus diesem Wunsch der Differenzierung entsteht der Bedarf an einer flexiblen Gerätegestaltung, dem wir Rechnung tragen. In Branchen wie in der Medizintechnik und dem Fahrzeugbau wird mit dem Design gleichzeitig eine Funktionalität gewährleistet, wie mit antibakteriellen Coatings für medizinische Panel-PCs.

Kerscher:

Mit einem modernen, innovativen Erscheinungsbild lassen sich Maschinen und Anlagen deutlich besser verkaufen. Panels spielen dabei eine wichtige Rolle, sie sind meist der erste Blickfang. Daher haben ihr Design und die Be­dien­philosophie einen starken Einfluss auf die Kauf­entscheidung. Sie sollen der zunehmenden Bedeutung von Corporate Identity bei unseren Kunden entsprechen.

Kusch:

Die äußere Gestaltung nimmt einen immer höheren Stellenwert ein. Da auch die Einbauumgebung der Maschinen und Anlagen mehr und mehr nach Design-Gesichtspunkten entworfen wurden, müssen auch die Bediengeräte diesem Anspruch genügen. Multitouch, Widescreen und gelungenes Design sind bei Panel-PCs und Displays für die industrielle Automation ein absolutes Muss.

Lang:

Das Erscheinungsbild des Bildschirms hat einen hohen Einfluss, da auch industrielle Kunden das von Smartphones gewohnte Aussehen und den Komfort verlangen.

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