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„Unsere Produkte - und damit auch unsere Safety-Lösungen - können völlig unabhängig von dem übergeordneten System eingesetzt werden.“ Johanna Schüßler, Produktmanagerin bei Bihl+Wiedemann Bild: Christian Vilsbeck, A&D
Johanna Schüßler von Bihl+Wiedemann

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„AS-i ist konkurrenzlos einfach“

Text: Christian Vilsbeck, A&D
AS-i Safety ist ein etablierter Standard für die Sicherheit in Produktionsanlagen. Warum sich die Lösung auch in der Smart Factory bestens eignet und wie hier das neue AS-i Safety Gateway BWU3367 ins Spiel kommt, erläutert Johanna Schüßler, Produktmanagerin bei Bihl+Wiedemann, im Gespräch mit A&D.
A&D:

Das Thema Safety verzeichnet ein starkes Wachstum. Hat das einen bestimmten Grund?

Schüßler:

Das liegt zum einen daran, dass der Automatisierungsgrad der Anlagen immer mehr ansteigt und dadurch auch die Sicherheitsanforderungen zunehmend höher werden. Zum anderen gibt es immer wieder neue Richtlinien. Beispielsweise wurde mit der DIN EN ISO 14119 eine neue Norm für Schutztüren eingeführt, die unter anderem eine höhere Manipulationssicherheit an den Türschaltern fordert. Tatsächlich konnte man in der Vergangenheit häufig Manipulationen an Schutztüren beobachten, weil Wartungsarbeiten oder Fehlersuche an Maschinen oft nur dann durchgeführt werden können, wenn die Antriebe sich bewegen und durch die Türöffnung nicht abgeschaltet werden.

Bihl+Wiedemann ist ein Synonym für AS-i. Ist das nicht gefährlich, sich so stark auf eine Technologie zu fokussieren?

Ich sehe uns nicht nur als Anbieter einer Technologie, sondern vor allem auch als Lösungsanbieter, gerade im Bereich Safety.​
In Kundengesprächen geht es zunehmend um das Lösen von Problemen, die Technik tritt in den Hintergrund. Natürlich setzen wir dann bei der Umsetzung einer Safety-Strategie auf AS-i - wegen der Einfachheit der Installation und weil wir zu 100 Prozent von der Lösung überzeugt sind. Die Alternative wäre eine Parallelverdrahtung, die viel aufwendiger und fehleranfälliger ist. Das sehen dann auch unsere Kunden so. Der Fokus auf AS-i ist für uns somit alles andere als gefährlich.

Sehen Sie im Aufschwung von IO-Link eine Gefahr für AS-i?

IO-Link ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung zur Anbindung von intelligenten Sensoren, während AS-i ein Installationsbus ist. Beide Technologien sind keine Konkurrenz, sondern sie ergänzen sich aus unserer Sicht sehr gut. Deshalb bieten wir auch Module zur Anbindung von IO-Link-Sensoren an AS-i an. Und Sicherheitstechnik lässt sich mit AS-i Safety ebenfalls über den identischen AS-i-Installationsbus betreiben. Alle Komponenten harmonieren somit auf der Feldebene.

Ist die einfache Installation von AS-i stets das entscheidende Kriterium?

Die Installation ist auf jeden Fall der Hauptvorteil von AS-i, und als nächstes kommt dann das Thema Diagnose. Über AS-i erhalten Steuerungen automatisch Diagnoseinformationen von den angeschlossenen Modulen, Sensoren und Aktoren. Es ist keine zusätzliche Verdrahtung oder Programmierung notwendig, die Fehlersuche wird bei Störungen in Anlagen deutlich vereinfacht. Außerdem erlaubt AS-i ein Plug&Play von neuen Komponenten mit automatischer Adressierung, wodurch sich Stillstandzeiten minimieren.

Jetzt gibt es neben AS-i Safety auch noch Safe Link für Ethernet. Wie spielen beide Lösungen zusammen?

AS-i Safety bindet sichere Sensoren und Aktoren an AS-i an. Safe Link koppelt dagegen bis zu 31 AS-i Gateways oder auch Safety Basis Monitore miteinander über eine Ethernet-Schnittstelle. Ein Anwendungsfall für Safe Link ist beispielsweise, verschiedene autark oder mit unterschiedlichen Feldbussen arbeitende Anlagenteile aus Sicherheitsgründen miteinander koppeln zu müssen.

Hier kommt das neue Safety Gateway BWU3367 ins Spiel, das erstmals jetzt drei Sicherheitsprotokolle vereint. Wo lag die Herausforderung?

Die Technologien hatten wir schon, deshalb klingt das erstmal einfacher als es ist. Um in drei Richtungen über die verschiedenen sicheren Protokolle kommunizieren zu können, mussten wir eine deutlich leistungsfähigere Hardware entwickeln. Auch die Projektierungsoberfläche so zu gestalten, dass sich Anwender mit den drei unterschiedlichen Kommunikationssystemen zurechtfinden, war leichter gesagt als getan. Aber ich denke, es ist uns sehr gut gelungen.

Gateways werden immer leistungsfähiger. Welche zusätzlichen Funktionen wandern noch in Ihre Geräte?

Unsere Gateways fungieren beim Anschluss von Standardsensoren direkt als sichere Drehzahlwächter. Außerdem können die Gateways Gebersignale von externen Drehzahlwächtern auswerten. Der Bereich der Bewegungsüberwachung ist für uns derzeit ein wichtiges Thema und wir arbeiten an Lösungen. Unsere Philosophie ist auch hier, wieder die passenden Lösungen für die verschiedenen Anwendungsfälle anzubieten. Kürzlich haben wir in unsere Safety Gateways die Möglichkeit implementiert, auf direktem Weg mit den Antrieben sprechen zu können. In diesem Bereich wird sich die nächsten Jahre noch einiges tun.

OPC UA wird als die Kommunikationsarchitektur für eine vernetzte Fabrik gesehen. Hat das irgendwie Einfluss auf Safe Link und AS-i?

Das sehe ich völlig unabhängig voneinander. Wir beobachten OPC UA natürlich und begrüßen die Möglichkeit, künftig auch mit unseren Komponenten Daten auf direktem Weg an der Steuerung vorbei in das Leitsystem schicken zu können.

Ist Bihl+Wiedemann gut aufgestellt für die Smart Factory?

Auf jeden Fall! Gerade unsere Gateways wie das neue AS-i Safety Gateway BWU3367 verbinden verschiedene Sicherheitsnetze miteinander. Profisafe kann mit Safe Link, AS-i Safety und Bussystemen wie Profinet und Profibus kommunizieren. Wir sorgen also für eine durchgehende Kommunikation, und das nicht nur auf der Safety-Ebene. Über das AS-i-Netzwerk haben wir eine smarte Anbindung der einzelnen Sensoren und Aktoren für die darüber liegende Ebene. Dennoch steht für uns Industrie 4.0 als Begriff nicht an erster Stelle, wir möchten unseren Kunden in erster Linie ideale Vernetzungslösungen bieten.

Sie stellen Ihr Entwicklungs-Know-how auch anderen Firmen zur Verfügung. Gibt man hier nicht zu sehr die eigene Kompetenz aus der Hand?

Bihl+Wiedemann macht Entwicklungsdienstleistungen für andere Hersteller schon seit seiner Gründung 1992, es liegt also in unseren Genen. Zum einen wird damit unsere Entwicklungskompetenz permanenten Benchmark-Tests von außen unterzogen, zum anderen können wir mit unseren Partnern so schnell tolle Lösungen umsetzen. Außerdem bekommen wir damit stets neue und andere Sichtweisen auf die eigenen Produkte.

Wie unterscheiden Sie sich denn vom Wettbewerb mit Ihren Safety-Lösungen?

Das ist natürlich unser Gesamtpaket. Hervorzuheben ist AS-i Safety mit seinen bekannten Vorteilen sowie die Anbindung an alle gängigen Feldbussysteme. Außerdem können unsere Produkte völlig unabhängig von dem übergeordneten System eingesetzt werden – egal ob Kunden beispielsweise eine Rockwell- oder Siemens-Steuerung verwenden. Maschinenbauer müssen nicht jedes Mal etwas neu entwickeln, das ist ein sehr wichtiger Punkt im Vergleich zum Wettbewerb.

Wird in fünf bis zehn Jahren AS-i immer noch der Kern von Bihl-Wiedemann sein?

Ganz sicher, AS-i ist damals bei der Gründung das Thema gewesen und wird es auch bleiben, auch wenn wir mittlerweile mehr als Lösungsanbieter agieren. Wir verbauen aber in allen unseren Produkten AS-i Schnittstellen. Und vor allem, was die Themen Einfachheit und Flexibilität betrifft, sehen wir für die Installation im Feld auf absehbare Zeit keine vergleichbare Technologie an der Basis der Automation.

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