Melden Sie sich kostenfrei an, um Artikel vollständig zu lesen...
News und Promotion-Beiträge sind ohne Registrierung kostenfrei zu lesen
Login

Passwort vergessen?
Registrieren
   

Passwort ist zu kurz (mind. 8 Zeichen).
Von den Beschäftigten erfordert die Industrie 4.0 ein noch höheres Maß an Flexibilität und Lernfähigkeit. Bild: 3C Career Consulting Company; iStock, mediaphotos
Management 4.0

1 Bewertung

Schluss mit alter Denke

Text: Nicolas Vermersch und Michael Kaack, 3C Career Consulting Company
Das Konzept der Industrie 4.0 verändert Produktionsprozesse grundlegend. Eine erfolgreiche Umsetzung funktioniert aber nur, wenn Mitarbeitern und Führungskräften ihre Arbeitsweise ebenfalls anpassen. Gefragt sind unter anderem Flexibilität und flache Hierarchien.

Ein fortschreitender Digitalisierungs- und Automatisierungsprozess begleitet die deutsche Industrie bereits seit Jahren. Dass das Thema nun als die vierte industrielle Revolution deklariert wird, ist mit Blick auf die Arbeitswelt durchaus stimmig. Hier wird es nach Meinung vieler Experten in den nächsten Jahren zu tiefgreifenden Änderungen kommen.

Entwicklungstreiber ist das Tempo, mit dem die Automatisierung und Vernetzung in Zukunft voranschreiten wird. Experten sprechen davon, dass die nächsten 15 Jahre so viele Veränderungen hervorbringen werden wie die letzten 50 Jahre zuvor. Von den Beschäftigten erfordert das ein noch höheres Maß an Flexibilität und Lernfähigkeit. Auch die Bereitschaft, sich ständig weiterzubilden ist eine wichtige Voraussetzung, um mit der Entwicklung Schritt halten zu können.

Tempo fordert Flexibilität

Prozessorientierung, vernetztes Denken und die Fähigkeit größere Zusammenhänge zu erkennen ist gerade in der Implementierungsphase von Industrie 4.0 gefragt. Mitarbeiter müssen bereit sein, sich das jeweilige Fachwissen „on demand“ anzueignen – entweder online oder von den Fachabteilungen im Unternehmen. Damit die Prozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette optimal ineinandergreifen können, ist es wichtig, zunächst die richtigen Anknüpfungspunkte zu identifizieren und zu nutzen.

In der Startphase von Digitalisierungsprojekten arbeiten oft heterogene Teams zusammen, die sehr unterschiedliche Qualifikationsebenen mitbringen. Ingenieure, Facharbeiter und Techniker sind zu diesem Zeitpunkt auf einen intensiven Informationsaustausch angewiesen. Auch die Anforderungen von Fachbereichen außerhalb der Produktion, beispielsweise der Buchhaltung, werden in der sogenannten Smart Factory mit einbezogen. Diese Form der Zusammenarbeit erfordert von allen Beteiligten ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit und Teamkompetenz. Auch die Bereitschaft, den Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen, gehört dazu. Das Tempo künftiger Entwicklungen wird auch das Verständnis von Führung grundlegend verändern. Schließlich laufen in digitalisierten und vernetzten Unternehmen viele Prozesse parallel ab. Die Auswertung der generierten Daten bringt neue Erkenntnisse und erfordert oft eine Anpassung der Produktion im laufenden Betrieb. In einer Umgebung, in der Maschinen untereinander kommunizieren, sind hierarchische Führungsstrukturen überholt, weil sie schlicht zu langsam sind.

Hierarchische Strukturen auflösen

Führungskräfte müssen sich also darauf einstellen, in Zukunft weniger Entscheidungen zu treffen. Vielmehr werden es ihre Teammitglieder sein, die Verantwortung übernehmen und Entscheidungskompetenzen erhalten. Managern kommt im Industrie 4.0-Umfeld die Aufgabe zu, ein Arbeitsklima zu schaffen, in dem die Beschäftigten Verantwortung übernehmen können und wollen. Wichtigste Grundvoraussetzung: Alle relevanten Informationen müssen jedem im Team zugänglich sein. Einige Führungskräfte werden das wohl als Machtverlust wahrnehmen. Viele werden erst lernen müssen, Teile ihrer Autorität abzugeben. Das setzt ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Professionalität voraus.

Da die Digitalisierung quer über alle Branchen an Fahrt gewinnt, wird auch der Konkurrenzkampf der Unternehmen um Fachkräfte und Spezialisten immer größer. Das Thema Geschwindigkeit spielt damit auch im Recruiting-Prozess eine wichtige Rolle. Wenn Industrieunternehmen zukünftig einen der begehrten IT-Spezialisten einstellen wollen, müssen sie ihre Einstellungsprozesse straffen und effizienter gestalten. Während die IT-Branche durch die schnelle technologische Entwicklung bereits an ein hohes Arbeitstempo gewöhnt ist, sind Recruiting-Prozesse in Industrieunternehmen noch zu hierarchisch geprägt und damit zu zeitintensiv. Bis eine Entscheidung für einen bestimmten Kandidaten getroffen ist, liegt diesem womöglich schon längst ein ausgearbeiteter Arbeitsvertrag von einem anderen Unternehmen vor. Hier ist unbedingt eine Anpassung der Unternehmenskultur erforderlich, wenn die Industrie den Wettbewerb um die besten Kandidaten nicht verlieren möchte.

Öfter mal wechseln

IT-Fachkräfte sind vor allem in der Implementierungsphase von Industrie 4.0 gesucht. Sobald die Automatisierung greift, werden die Abläufe von Computern übernommen. Der steigende Anteil an Projektarbeit führt dazu, dass die Spezialisten künftig häufiger ihren Arbeitsplatz wechseln werden und die Verweildauer in einem Unternehmen abnimmt. Bis vor kurzem haben Personaler und Recruiter eine Bleibezeit von weniger als 2,5 Jahren bei einer Firma als kritisch betrachtet. Durch den Wandel in der Arbeitswelt gilt das mittlerweile als normal.

Um den laufenden Betrieb in Fabriken künftig zu sichern, wird der Bedarf an Mitarbeitern steigen, die Wartungsaufgaben übernehmen können. Vor allem IT-Sicherheit wird dabei eine zentrale Rolle spielen. Je komplexer und automatisierter die Systeme werden, desto schwerwiegender fallen die Konsequenzen von Störungen oder kriminellen Hackerangriffen aus. In der IT-Branche ist das Angebot an Sicherheitslösungen breit gefächert. Aber auch in der Industrie und der Automatisierungsbranche haben die Unternehmen schon eigene Lösungen entwickelt. Eine große Herausforderung wird sein, Spezialisten zu finden, die beide Lösungsansätze angleichen können, damit ein kompletter Schutz über die gesamte Wertschöpfungskette entsteht. Spezialisierte Recruiter wie die Münchner Personalberatung 3C Career Consulting Company können bei der Suche Unterstützung bieten.

Bildergalerie

Firmen zu diesem Artikel

Nach oben