Melden Sie sich kostenfrei an, um Artikel vollständig zu lesen...
News und Promotion-Beiträge sind ohne Registrierung kostenfrei zu lesen
Login

Passwort vergessen?
Registrieren
   

Passwort ist zu kurz (mind. 8 Zeichen).
Anwendung mal anders

0 Bewertungen

Schön geschmeidig bleiben

Text: Simone Käfer, A&D
Essen kann ganz schön kompliziert werden, wenn man keine Arme oder Beine hat. Mit was greift man dann? Einige Tiere versuchen es mit einem Ganzkörper-Knoten. Menschen wollen diesen eher verhindern – dabei hilft nun smarte Technik.

Muränen gehören nicht zu den hübschesten Meeresbewohnern; aber zu den gefährlichen. Tagsüber ruhen sie in Höhlen und schauen hin und wieder gähnend zum Eingang heraus. Doch des nächtens schnellen sie aus ihren Unterschlüpfen und stürzen sich auf ihre Beute. Je nach Gattung kann das durchaus auch mal ein etwas größeres Opfer sein. Hier tritt nun ein Problem auf: Die Muräne hat keine Gliedmaßen. Wenn nun aber das Abendessen nicht in mundgerechten Häppchen serviert wird, wie dann verspeisen? Einfach abreißen wird schwierig, denn das Aas würde einfach als Ganzes hinterher kommen. Daher haben sich die Fische einen Trick ausgedacht: Größere Muränen verknoten ihren Aalkörper und ziehen die Beute durch die Schlinge. So wird die Nahrung schön festgehalten während die Muräne oben am Fang knabbert.

Der Mensch hingegen verknotet sich weniger zur Nahrungsaufnahme als eher aus asketisch-sportlichen Gründen. Beim Yoga zum Beispiel. Hier kann man Weiblein und Männlein beobachten, wie sie versuchen, den rechten Arm hinter das linke Bein zu schieben – im Einklang mit ihren Chakren – während sie auf der Nasenspitze balancieren. Oder so ähnlich. Die Verknotungsgefahr ist jedenfalls sehr hoch. Und hier ist es eine Gefahr. Denn: Haben Sie schon mal versucht, sich selbst aus einem solchen Eigenleib-Knoten zu befreien? Schier hoffnungslos. Man benötigt unverknotete Menschen, die einem wenigstens sagen können, wo sich der eigene linke Fuß gerade befindet.

Nun hätten erfahrene Ingenieure – einigen ist sicher das Yoga-Dilemma bekannt – eine Maschine zum Entknoten der Übenden entwickeln können. Wie futuristisch wäre der Anblick in den Yoga-
Zentren gewesen. Aber nein! Spitzfindige Entwickler haben das Problem an der Wurzel gepackt: Warum entknoten, wenn man sich erst gar nicht verknotet? Dafür gibt es die SmartMat, eine Yogamatte gespickt mit Intelligenz. Ihre Kalibrierung erfolgt mit einfachen Yoga-Übungen, bei denen mit über 21 000 piezoelektronischen Sensoren Maße und Verknotungspotenzial des Yogi bestimmt werden. Über eine Steuer- und Trainings-App sind die Auswertungen abrufbar und unterstützen die ange­borenen Positionsdetektoren.

Wie sich Muränen selbst entknoten wurde von den Beobachtern leider nicht festgehalten. Möglicherweise treiben sie als Knotenfisch durch die Meere. Falls Sie beim Tauchen eine solche Schlinge entdecken, freuen wir uns über ein Foto.

Nach oben