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Nachhaltige Stadtentwicklung mit Industrie 4.0

Fabriken in der Industrie 4.0 nehmen weniger Raum in Anspruch, stoßen weniger Schadstoffe aus und verbrauchen weniger Ressourcen. Deshalb kann die industrielle Produktion 4.0 in Stadtzentren und in Wohngebiete integriert werden. Kurze Arbeits- und Transportwege entlasten auf diese Weise die städtische Mobilität. Gleichzeitig unterstützt Industrie 4.0 die wirtschaftliche Entwicklung. Diese Perspektiven sind vor allem für Schwellenländer wie Indien interessant, in denen immer mehr Menschen in immer größeren Megacities leben.

Acatech beurteilt deshalb IKT-getriebene industrielle Produktion als wichtiges Thema in der Entwicklungszusammenarbeit von Deutschland und Schwellenländern wie Indien. „Deutschland sollte Schwellenländer zum Thema Industrie 4.0 beraten, bei der Stadtplanung unterstützen und die entsprechenden wirtschaftlichen und städtebaulichen Rahmenbedingungen fördern“, erklärt Bernhard Müller, Direktor des Leibniz-Instituts für ökologische Raumentwicklung und Leiter des gemeinsamen Projekts von Acatech und der indischen Technikakademie.

Die Projektgruppe untersuchte am Beispiel Indiens das Potenzial der Industrie 4.0 für eine nachhaltige Stadtentwicklung, das bislang noch kaum erforscht ist. Indien bietet unter den Schwellenländern besondere Chancen für die Industrie 4.0; die indische Regierung unternimmt mit dem 100 Smart Cities Programme bereits erste Schritte in Richtung intelligenter Industrieproduktion. Schätzungen zufolge wird der Anteil der Industrie am Bruttoinlandsprodukt in Indien von derzeit 16 Prozent auf 25 Prozent im Jahr 2017 steigen. Dort und in der Servicebranche rund um die Industrie entstehen neue Arbeitsplätze. In der neuen Acatech Position Industry 4.0, Urban Development and German International Development Cooperation geben die Akademien Empfehlungen, wie die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Schwellenländer beim Aufbruch in ein neues industrielles Zeitalter unterstützen kann.

Wenn es gelingt, Industrie 4.0 in die Städte der Schwellenländer zu integrieren, würde dies das Wachstum und auch die Umweltverträglichkeit der dortigen Wirtschaft stärken. Allerdings sind funktionstüchtige Logistiksysteme sowie eine verlässliche Energie- und Wasserversorgung notwendig, damit sie den Menschen in Schwellenländern zugutekommt. Auch auf der Aus- und Weiterbildung muss der Fokus liegen. Denn von den Arbeitsplätzen, die in der Industrie 4.0 entstehen, profitieren in erster Linie gut ausgebildete Menschen. Investitionen in die Aus- und Weiterbildung müssen insbesondere auch ärmere, bildungsferne Bevölkerungsschichten erreichen – nur dann trägt der Aufbruch in die Industrie 4.0 auch zum Wohlstand und zur Armutsbekämpfung bei.

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