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Bild: Kurios, Pixabay
Chinas Plan bis 2025

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Kampfansage an Made in Germany

Text: Harry Jacob, A&D

Deutsche Produkte genießen in der Welt einen sehr guten Ruf – auch in China. Doch das Reich der Mitte will natürlich seinen eigenen Erzeugnissen einen besseren Stand bei den Kunden verschaffen. So hat die Regierung in Peking einen Plan verabschiedet, der darauf abzielt, den Produkten Made in Germany in den kommenden zehn Jahren den Rang abzulaufen. Schon in der Vergangenheit hatte sich die Volksrepublik bemüht, von den deutschen Exportweltmeistern zu lernen und hatte beispielsweise Anleihen beim dualen Ausbildungssystem genommen. Doch nun wird die Gangart weiter verschärft.

Unter dem Titel Made in China 2025 sind ehrgeizige Ziele formuliert. Zum einen geht es darum, Qualität und Effizienz seiner Produktionsstandorte zu verbessern. In der Folge sollen in zehn Wirtschaftssektoren, darunter Luft- und Raumfahrt, Hochgeschwindigkeitszüge, Elektromobilität und Stromnetze, ausländische Technikprodukte durch einheimische ersetzt werden.

Teil dieses Plans ist aber auch eine strikte Expansionspolitik der heimischen Konzerne. Diese schlägt auch auf den deutschen Mittelstand durch. Wenn man das Erfolgsmodell schon nicht kopieren kann, dann kauft man es eben einfach ein: Immer häufiger interessieren sich chinesische Investoren für mittelständische Technikanbieter in Deutschland. Der Automobilzulieferer Kiekert und der Gabelstaplerhersteller Kion standen mit am Anfang dieser Entwicklung, im vergangenen Jahr gingen bereits 36 deutsche Unternehmen ganz oder teilweise in chinesische Hände über. Insbesondere Hidden Champions aus dem Bereich Maschinenbau und Automobil stehen ganz oben auf der Liste der Übernahmeziele.

Bis der Plan wirklich greift, können deutsche Unternehmen auf gute Geschäfte mit den chinesischen Industriekonzernen hoffen. Denn bei der Modernisierung ihrer Anlagen setzen sie weiterhin auf Qualität – insbesondere aus Deutschland. Auch das deutsche Konzept Industrie 4.0 wird dort mit großem Interesse verfolgt und bei der Weiterentwicklung der Fertigung berücksichtigt, wie das Center for Strategic & International Studies in seiner Darstellung des chinesischen Konzepts vermerkt. Längerfristig besteht jedoch die Gefahr, dass China eigenes Know-how aufbaut und dann die Märkte gegenüber ausländischen Lieferanten abschottet.

Mit Made in China 2025 verfolgt die chinesische Regierung aber noch längerfristige Ambitionen: Dies sei nur die erste Phase eines dreistufigen Plans. Das große Ziel lautet, bis 2049 – zum 100jährigen Jubiläum der Volksrepublik – zur weltweit führenden Industrienation aufzusteigen.

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