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Impressionen von diesem Jahr. Bild: RoboCup
RoboCup

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Fußball-Weltmeister

Fußball ist eine Wissenschaft. Das wissen nicht nur alle begeisterten Fans, die mitdiskutieren, wenn sich Müller und Co. ein heißes Match liefern, sondern auch die RoboCup-Community. Diese trifft sich im Sommer 2016 auf dem Leipziger Messegelände, um den 20. RoboCup auszutragen. Fünf Tage lang lassen die Teilnehmer ihre Roboter Fußball spielen, bei Aufgaben im Haushalt helfen oder in schwierigem Gelände als Rettungsroboter agieren.

Den Mittelpunkt des RoboCup bilden Fußball spielende Roboter. In acht verschiedenen Ligen treten die Kicker mit künstlicher Intelligenz gegeneinander an. Die Ligen unterscheiden sich dabei hinsichtlich des Baus der Roboter oder auch der zu programmierenden Software. Ihr Ziel ist aber gleich: Wie beim menschlichen Fußball sind die mechanischen Spieler heiß darauf, den Ball ins gegnerische Tor zu bringen. Kicken und passen, alles ist möglich, sogar foulen können die Roboter – und werden vom Schiedsrichter dafür natürlich bestraft.

Jetzt fragt man sich bestimmt was das bringt außer die Jugend für Technik zu begeistern. Neben dem Fußballspiel demonstriert der RoboCup auch die unmittelbare Nutzung von intelligenten Robotern für Industrie und Wirtschaft sowie Wissenschaft und Alltag: In vier weiteren Ligen zeigen die Wettbewerbe, wie Roboter Rettungseinsätze unterstützen, im Haushalt helfen oder Produktionsprozesse verbessern können. Zum Beispiel haben im diesem Jahr die LUHBots des Teams aus dem Mechatronik-Zentrum Hannover den 1. Platz in der RoboCup@Work Liga belegt. Im Wettkampf steuerten die Teams autonome Plattformen, die mit einem Roboterarm inklusive Greifer ausgestattet sind und lösten Aufgaben für industrielle Anwendungen. Hierzu gehören das genaue Navigieren innerhalb eines begrenzten Arbeitsraumes, der Transport von Musterbauteilen, präzises Greifen, Platzieren und Ablegen von unbewegten als auch von bewegten Bauteilen, die auf einem Förderband oder einem rotierendem Tisch liegen.

Spaß mit Nutzwert

Zahlreiche Erfindungen sind bereits aus den bisherigen Veranstaltungen hervorgegangen: 1999 wurde als Reaktion auf das große Erdbeben im japanischen Kobe die Liga der Rettungsroboter eingeführt, um die Forschung auf diesem Feld voranzutreiben. Der hier entwickelte Roboter Quince half 2011 im havarierten Atomkraftwerk Fukushima als eines von nur wenigen Robotersystemen.

Der RoboCup feiert vom 30.6. bis 4.7.2016 in Leipzig sein 20-jähriges Jubiläum. 1997 fand die erste Veranstaltung in Japan statt. Der Termin war nicht zufällig gewählt, denn das Jahr galt in vielerlei Hinsicht als Wendepunkt in puncto Künstlicher Intelligenz. In diesem Jahr besiegte der Computer IBM Deep Blue erstmals den menschlichen Weltmeister im Schach, Garry Kasparow. Im gleichen Jahr, am 4. Juli, gelang der NASA-Mission Pathfinder die erfolgreiche Landung mit dem ersten autonomen Robotersystem Sojourner auf der Oberfläche des Mars. Schon einige Jahre zuvor hatten Wissenschaftler überlegt, Roboter gegeneinander Fußball spielen zu lassen, da dabei verschiedenste Prozesse auf kleinem Raum geprobt werden konnten. In Japan und den USA fanden kleinere Wettbewerbe statt, die als Testlauf für den ersten RoboCup galten. 1997 kämpften in Japan schließlich schon über 40 Teams vor den Augen von 5000 Besuchern um den Weltmeistertitel beim ersten RoboCup. Zum Cup 2016 werden in Leipzig 3500 Teilnehmer aus 40 Ländern und etwa 40 000 Besucher erwartet.

Das Ziel: 2050 den aktuellen Fußballweltmeister schlagen

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