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Auf der Electronica 2014 präsentierte Tyco Electronics die Vernetzung im Auto. Bild: Electronica
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Blick in die Elektronikfertigung

Text: Simone Käfer, A&D
Ein guter Jahresabschluss und ein florierendes Exportgeschäft werden die Elektronikfertigung in diesem Jahr prägen. Dabei dreht die Branche sich in 2015 um Vernetzung, das richtige Licht und winzige Bauteile.

Wie in vielen Zweigen der Fertigungsindustrie ist auch in der Elek­tronikindustrie die Automobilbranche tonangebend. Auch der Bestückautomaten-Hersteller Siplace bestätigt, dass diese Branche Maßstäbe bei Auftragsorientierung, Prozesssicherung und LED-Bestückung setzt. Das ist nicht verwunderlich, bedenkt man die hohe Vertechnisierung in unseren Fahrzeugen, wie Bordcomputer, Infotainment- und Assistenzsysteme. Doch scheint die Branche hier erst am Anfang; öffnen Elektromobilität, die zunehmenden Vernetzung des Autos und die Entwicklung des autonomen Fahrens doch neue Türen. Der ZVEI schätzt, dass das Marktvolumen der Automobilelektronik bis zum Jahr 2025 auf über 430 Milliarden Euro steigen wird.

Ein Thema schwappt von der Autoindustrie in andere Bereiche über: LED-Technik. Vor allem kleine Bauteile, die nicht größer als das licht­erzeugende Element selbst sind, wecken die Aufmerksamkeit der Automotive-, Consumer- und Industriebranche. Zwangsläufig werden auch Widerstände und Kondensatoren kleiner, wie die 03015-Bauelemente, die nur noch 0,3 mm lang und 0,15 mm breit sind. Eine kleine Herausforderung für die Bestückungsmaschine.

Positives Geschäftsklima

Um nicht nur harte Zahlen, sondern auch die Stimmung der Maschinenbauer besser einfangen zu können, führen sowohl VDMA als auch ZVEI regelmäßig Befragungen unter ihren Mitgliedern durch. Dabei stellte Rainer Kurtz, Vorsitzender der VDMA-Fachabteilung Productronic, vergangenen Herbst eine interessante Entwicklung fest: „Während der VDMA seine Prognose für den Gesamtmaschinenbau für 2014 auf ein Prozent Wachstum revidiert hat, zeigt sich die Stimmung in der Elektronikproduktion sehr robust.“ Laut ZVEI hat sich das Geschäftsklima in der deutschen Elektroindustrie im Dezember 2014 merklich aufgehellt. In seiner Umfrage wurden sowohl die Lage zum Jahreswechsel als auch die Geschäftserwartungen für die kommenden sechs Monate besser beurteilt als zuvor. 31 Prozent der Branchenunternehmen bewerten ihre gegenwärtige Geschäftslage als gut, 57 Prozent als stabil und 12 Prozent als schlecht. Was die Erwartungen betrifft, so gehen 21 Prozent der Elektrofirmen von anziehenden, 70 Prozent von gleichbleibenden und 9 Prozent von rückläufigen Geschäften aus. Ähnliche Ergebnisse lieferte die Umfrage unter den VDMA-Mitgliedern: Über 76 Prozent der Firmen aus dem Elektronikmaschinenbau meldeten im Oktober eine bessere Auftragslage als zur April-Umfrage. Der Auftragsbestand läge deutlich höher als das langjährige Mittel.

Als ausschlaggebend für die positive Entwicklung identifizierte der VDMA das derzeitige Trendthema Internet der Dinge. Da hier Schnelligkeit und Sicherheit sowie ein richtiges Zusammenspiel von Hardware-Plattform und Software für den Schutz von internetfähigen Geräten ausschlaggebend ist, hat die Halbleiterindustrie einen wesentlichen Anteil. Auch Maschinenbauer sind sich der treibenden Kraft der industriellen Vernetzung bewusst. So ist Hubert Egger, Leiter Produktmarketing Software bei ASM, davon überzeugt, dass „sich Abhängigkeiten und Fehlerquellen durch Analyse unstrukturierter Daten per Big-Data-Technik aus scheinbar unzusammenhängenden Daten zu Maschinen, Bauteilen, Prozessparametern und Events herauslesen lassen – die selbst der erfahrenste Prozess­experte nicht erkennen könnte.“

Auslandsverkäufe steigen

Auch der Export ist auf Wachstumskurs, meldet der ZVEI. Das kann Axel Bartmann, Leiter der Unternehmenskommunikation bei Manz, bestätigen: „Über 90 Prozent unseres Umsatzes erwirtschaften wir außerhalb Deutschlands – über 70 Prozent alleine in China und Taiwan. Wir profitieren von der zunehmenden Automatisierung in asiatischen Ländern, allen voran in China.“ Treibende Faktoren für diesen Trend sind steigende Lohnkosten, Anforderungen nach einer gleichbleibend hohen Produktqualität oder auch Themen wie der Schutz geistigen Eigentums. Das bestätigen auch die Zahlen. So meldet der ZVEI, dass die Ausfuhren nach China um 15,9 Prozent zunahmen. Mit 12,3 Milliarden Euro liegt das Land weiter auf Platz 1 im Abnehmer-Ranking – vor den USA und Frankreich. Und das trotz eines schwächer werdenden Wachstums in China.

Die Exporterwartungen für die nächsten drei Monate fielen unter den ZVEI-Mitgliedern im November ebenfalls wieder besser aus. Der Anteil der Unternehmen mit positiven Erwartungen übertraf den Anteil der Firmen mit negativen Einschätzungen um 8-Prozent-Punkte – verglichen mit nur 4-Prozent-Punkten im Oktober. Die Ausfuhren beliefen sich vergangenen Oktober auf 14,8 Milliarden Euro und übertrafen damit ihren Vorjahreswert um 5,9 Prozent. Vergleicht man den Zeitraum von Januar bis November 2014 mit dem des Vorjahres, sind die Branchenausfuhren um 4,1 Prozent auf 77,7 Milliarden Euro gestiegen.

Zuwachs geplant

Nach einem Umsatzplus von 18 Prozent nach 9 Monaten des Jahres 2014 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum, schätzt Bartmann die Entwicklung für das gesamte Jahr als auch für 2015 positiv ein. Damit liegt Manz im Prognosetrend des VDMA: Seine Mitglieder rechnen mit 4,7 Prozent Zuwachs in 2015. Der geplante Personalaufbau von 49 Prozent der befragten Unternehmen und die über 96 Prozent, die ihre Forschung und Entwicklung ausbauen wollen, verdeutlichen die positive Einstellung zum Wachstum.

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