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Text: Christian Nagel, Schmersal
Welche Herausforderungen erwarten einen noch, wenn man in der Branche der Hubarbeitsbühnen bereits etabliert ist? Als die Anfrage nach einer Außen-Hebebühne für Rollstuhlfahrer die Firma Hoffmann erreichte, waren die Techniker gleich Feuer und Flamme.

Wer in der Fassadentechnik und der industriellen Instandhaltung hoch hinaus will, der setzt Hubarbeitsbühnen ein. Auch in anderen Bereichen von Industrie und Handwerk werden die mobilen und flexiblen Arbeitsgeräte häufig genutzt. Hoffmann in Waghäusel ist als Arbeitsbühnenvermietung in diesem Geschäftsfeld zuhause. Über das Rhein-Main-Gebiet hinaus ist das Unternehmen so gut etabliert, dass sie auch Anfragen erhalten, die etwas abseits von ihrem klassischen Aufgabenfeld liegen. So meldete sich im Jahr 2010 ein privater Hausbesitzer, der eine rollstuhlgerechte Hebebühne als Zugang zum Haus benötigte.

Viele Unternehmen hätten solch eine Anfrage vermutlich direkt abgelehnt. Aber bei Hoffmann arbeitet man kundenorientiert, außerdem hatten sie schon an ähnliche Anfragen für Reparaturen an stationären Bühnen. Außerdem war der Ehrgeiz der Techniker im Unternehmen geweckt, und dass es einen Markt für einen derartigen Lift gibt, war den Beteiligten sofort klar. Thomas Hoffmann, Geschäftsführer und Inhaber von Hoffmann: „Oft müssen die Einrichtungen, mit denen Rollstuhlfahrer ihre Mobilität im häuslichen Umfeld erhalten, nachträglich eingebaut werden. Ein Plattformlift, der im Außenbereich montiert wird, ist sehr viel günstiger als der Einbau eines Aufzugs im Gebäudeinnern, und es gibt weniger bauliche Restriktionen. Das war die Grundidee, mit der wir die Konstruktion begannen.“

Normgerechte Sicherheit

Auf der Basis einer vorhandene Scherenhubbühne entwickelte Konstrukteur Jens Brand in den folgenden Monaten den CareLift: einen Plattformlift, dessen Schere in einem abgesenkten Fundament Platz findet, so dass der Rollstuhlfahrer ebenerdigen Zugang zur Plattform hat. Die Normenrecherche von Brand ergab, dass die gesamte Konstruktion die Anforderungen der DIN EN 81-41 erfüllen muss, die eine harmonisierte Norm nach Maschinenrichtlinie 2006/42/EG ist. Vertikale Plattformaufzüge für Behinderte sind somit per Definition ein Aufzüge gemäß Maschinenrichtlinie. Zu den Sicherheitseinrichtungen gehört natürlich die Abfrage der oberen und unteren Endstellung der Plattform. Diese Aufgabe übernehmen Positionsschalter der Baureihe ZV7H aus dem Schmersal-Programm.

Bei der Frage, wie die Türen des Lifts am besten verriegelt werden, berieten sich die Hoffmann-Techniker mit dem Vertriebsbeauftragten von Schmersal Christian Nagel. Man entschied sich, die Sicherheitszuhaltung AZM 300 zu verwenden. Zu ihren Vorteilen zählt das neuartige Zuhaltesystem in der Form eines drehbaren Kreuzes. Es schafft die Voraussetzung dafür, dass die Zuhaltung von drei Seiten angefahren werden kann und damit universell einsetzbar ist. Dabei benötigt der Anwender keine zusätzlichen Anbauteile wie Türanschlag oder Rastelement, da diese Funktionen in die Zuhaltung integriert wurden. Die Rastkraft ist einstellbar, und eine hohe Schutzart schafft die Voraussetzung für den Einsatz im Freien. Außerdem verfügt der AZM 300 über einen hohen Manipulationsschutz. Die Stellungsabfrage lässt sich mit Magneten nicht überlisten, weil stattdessen ein von Schmersal entwickeltes und patentiertes Detektionsverfahren eingesetzt wird.

Sicherheitstechnik in der Steuerung

Eine anspruchsvolle Aufgabe bestand in der normenkonformen steuerungstechnischen Verknüpfung der einzelnen Sicherheitselemente. „Der Plattformlift wird mit einem Schlüssel aktiviert oder angefordert. Der hydraulische Antrieb startet nur, wenn die Tür des Liftes und die Tür am oberen Zugang geschlossen sind. Die Außentür verriegelt sobald der Lift die obere Endlage verlassen hat, und entriegelt, wenn die obere Endposition erreicht ist“, erklärt Brand.

So gewährleistet das Zusammenspiel von Positionsschaltern zur Abfrage der Liftposition und Zuhaltung zum Verriegeln der Türen das gewünschte Maß an Sicherheit für den Passagier und seine Begleiter. Die Auswertung der sicherheitsgerichteten Signale und ihre Weitergabe an die übergeordnete Steuerung wird von zwei Sicherheitsbausteinen vom Typ SRB 301 MC und SRB 211 ST V2 übernommen. Die Bedienung erfolgt über ein Bedienfeld. Selbstverständlich befindet sich auch eine Not-Aus-Funktion an Bord.

Etwas mehr als ein Jahr nahm die Entwicklung des CareLifts in Anspruch. In dieser Zeit musste zum Beispiel der Antrieb gegenüber des ersten Prototypen noch einmal modifiziert werden. Denn: „Ursprünglich haben wir genau wie bei den mobilen Bühnen einen einfach wirkenden Zylinder verwendet. Dieser Antrieb bot für die Passagiere bei der Abwärtsfahrt aber nicht genug Komfort, so dass wir jetzt einen doppeltwirkenden Zylinder verwenden, der gesteuert auf- und abfährt“, beschreibt Brand.

Inzwischen hat der Tüv Nord das System abgenommen. Dabei gab es Lob für die Sicherheitseinrichtungen – zum Beispiel dafür, dass die Plattform erst betreten werden kann, wenn der Bediener das System per Schlüssel aktiviert hat. Erste CareLifts sind bereits installiert und laufen problemlos.

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