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Fälschungsschutztechniken

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So schützen Sie Ihr bestes Stück

Text: Thomas Völcker, Schreiner Group
Die Negativ-Auszeichnung Plagiarius zeigt es jährlich: Produktpiraterie ist immer noch ein heißes Thema. Dabei gibt es im Bereich der Kennzeichnung viele Fälschungsschutztechniken, die sich in bestehende Prozesse integrieren lassen und dafür sorgen, dass Original und Fälschung zuverlässig voneinander unterscheidbar sind.

Für den Schutz von Bauteilen gibt es zahlreiche Fälschungsschutzmöglichkeiten, die in Kennzeichnungslösungen auf Folienbasis integriert werden. Für die Wahl der passenden Technik sollte man sich neben dem Einsatzgebiet und dem erforderlichen Sicherheitslevel folgende Fragen stellen: Welchen Umgebungsbedingungen sind die Produkte und damit auch die Sicherheitsmerkmale ausgesetzt? Werden die Komponenten mechanisch stark beansprucht, hohen Temperaturen oder chemischen Substanzen ausgesetzt? Und wer ist in die Umsetzung des Sicherheitskonzepts involviert – eigene Mitarbeiter, Partner der Logistikkette, Endkunden?

Offene Merkmale

Um ein Produkt zuverlässig als Original zu kennzeichnen, gibt es unterschiedliche Methoden. Offene Merkmale, wie zum Beispiel Hologramme oder Sicherheitsfarben, ermöglichen eine unkomplizierte Identifikation des Produktes ohne zusätzliche Hilfsmittel. Dazu entstehen mit modernen, computergestützten Verfahren Volumenhologramme, deren 3D-Bilder als Einzel- oder Streumotiv verwendet werden können. Diese Variante eröffent vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten und bietet damit eine höhere Fälschungs­sicherheit im Vergleich zu herkömmlichen Hologrammen. Je nach Anforderung an Haltbarkeit und Witterungsbeständigkeit können spezielle Metalllegierungen als holografischer Reflektor genutzt werden, die den hohen Belastungen von Maschine und Bauteil standhalten.

Wechselt man bei Sicherheitskippfarben den Blickwinkel, erscheint die Färbung in einem anderen Ton. Sie sind sehr kratzfest und altersbeständig. Temperaturen von –40 bis +60 °C überstehen sie über längere Zeit. Darüber hinaus können ihnen auch die meisten Chemikalien nichts anhaben.

Verborgene Merkmale

Für verborgene Merkmale kommt heute vermehrt Technik aus dem Hochsicherheitsdruck zum Einsatz wie geruchs- und farblose Spezialpigmente, die nur mithilfe von Lesegeräten nachweisbar sind. Diese Merkmale belegen auch bei der Prüfung von Reklamationen die Echtheit eines Produktes zuverlässig und sind gerichtlich verwertbar. LaserSecure-Pigmente etwa können in jede Druckfarbe unauffällig eingearbeitet und im Sieb-, Flexo- oder Buchdruck sowie Offsetdruck verarbeitet und absolut unsichtbar aufgebracht werden. Sie sind ideal für die Kennzeichnung von Produkten oder Verpackungen, die von informierten Experten auf Echtheit geprüft werden sollen und stehen nicht im Konflikt mit vorgegebenen Gestaltungsvorschriften. Je nach erforderlichem Sicherheitslevel können die LaserSecure-Pigmente individuell kombiniert werden. Dadurch lassen sich einzigartige optische Fingerabdrücke erzeugen.

Um solche verborgenen Sicherheitsmerkmale nachzuweisen, stehen unterschiedliche Authentifizierungsgeräte zur Verfügung. Die Pigmente sind sehr robust, licht­stabil und langlebig, chemisch inert – also resistent gegen Flüssigkeiten oder Säuren – und toxikologisch unbedenklich. Außerdem halten sie Temperaturen von bis zu 2000 °C stand.

Digitale Merkmale

Eine weiter Möglichkeit des Fälschungsschutzes sind digitale Sicherheitsmerkmale. Sie nutzen computergenerierte, hoch verschlüsselte Codierungen als Klarschriftnummer, 2D-Datamatrix-Code oder spezielle Rauschmuster. Diese ermöglichen eine Echtheitsprüfung schnell und unkompliziert über das Internet oder mobile Endgeräte. Durch die professionelle Auswertung mit herkömmlichen Mobiltelefonen, auf die eine Software aufgespielt wurde, lassen sich diese Techniken somit auch einfach in der Supply Chain einsetzen – ohne spezielles Lesegerät.

Für die einfache fertigungstechnische Integration eignet sich hier zum Beispiel die Kopierschutztechnik Bit­Secure, die auf einem hoch aufgelösten Zufallsmuster basiert, dessen Feinheiten mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Kopiert ein Fälscher dieses Muster, zeigt die Kopie technisch bedingt weniger Präzision und technische Details an. Denn während der Originaldruck direkt aus einer hoch aufgelösten digitalen Vorlage entsteht, basiert die illegitime Kopie auf einem bereits gedruckten Abbild. Diese Abweichungen können mithilfe eines konventionellen 2D-Handscanners oder eines Mobil­telefons mit entsprechender Software identifiziert werden und bieten so umgehend eine zuverlässige Echtheitsprüfung. Darüber hinaus lassen sich die Kopierschutzmuster auch mittels Laserdirektmarkierung direkt auf die Komponente oder das Bauteil aufbringen. Durch die Lasergravur ist die Kennzeichnung untrennbar mit dem Produkt verbunden, was zusätzlich für höchste Manipulationssicherheit sorgt.

Durch eine geschickte Kombination von Sicherheitsmerkmalen können die Bedürfnisse aller Beteiligten in einem funktionierenden Fälschungsschutzkonzept vereint werden. Damit das investierte Geld am Ende die richtige Wirkung zeigt, lohnt es sich, mit Experten das individuelle Bedrohungsszenario zu analysieren und daraus die richtige Strategie für die Auswahl der Fälschungsschutzmerkmale zu treffen. Je früher Fälschungsschutzspezialisten in den Produktentwicklungsprozess eingebunden sind, umso gezielter kann auf spezielle Anforderungen eingegangen werden. Deshalb ist es sinnvoll, bereits in der Konzeptphase über Kennzeichnungslösungen für den Echtheitsnachweis nachzudenken.

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