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Den Energiefluss im Blick

Text: Alexander Förster, Siemens
Ein systematisches Energiemanagement gemäß DIN EN ISO 50001 schafft nicht nur die Voraussetzungen für Kosteneinsparungen. Die Überwachung der Energieströme trägt auch zur Anlagenverfügbarkeit bei und gewährleistet mehr Transparenz im Produktionsprozess.

Energieeffizienz verbessern, Kosten reduzieren, Emissionen verringern und dadurch die Umwelt entlasten: Dies waren die Ziele bei der Einführung der weltweit gültigen Norm ISO 50001 für betriebliches Energiemanagement, in der auch die frühere europäische Norm EN 16001 aufgegangen ist. Ansatzpunkt der ISO-Norm ist es, Organisationen und Unternehmen beim Aufbau von Systemen und Prozessen zur kontinuierlichen Verbesserung des unternehmensinternen Energieeinsatzes und zur nachhaltigen Verbesserung der Energieeffizienz zu unterstützen.

Weitreichende Vorteile

Durch die Systematisierung entsprechender Maßnahmen ergeben sich wesentliche Vorteile für die Unternehmen, die über das bloße Einsparen von Energiekosten hinausgehen. Geringere Energiekosten mehren den Gewinn. In fast allen Betrieben – selbst in denen mit hohem Energiebewusstsein – finden sich noch Einsparpotenziale. Investitionen in energieeffiziente Technik lohnt sich, wie eine Studie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit bereits 2010 feststellte: Bei einer durchschnittlichen Amortisationszeit von weniger als zwei Jahren können sie zu einer Senkung des Stromverbrauchs um fünf bis 30 Prozent führen. Ein systematisches Energiemanagement bietet neben der Verbesserung der Energieeffizienz immer auch die Chance zu einer größeren Transparenz und Zuverlässigkeit der Energieversorgung und -auslastung. Digitale Messgeräte – wie zum Beispiel die Messgeräte 7KM PAC aus der Sentron-Reihe von Siemens – sowie die Software Powermanager zur Erfassung, Archivierung, Auswertung und Generierung von Kostenstellenberichten liefern die Grundlage, damit Unternehmen nach ISO 50001 arbeiten können.

Die kontinuierliche Überwachung der Energie trägt wesentlich zu einer gleichbleibenden Spannungs- und Stromqualität bei. Messgeräte liefern Informationen über den Anlagenzustand und etwaige Fehler, so dass Störungen frühzeitig identifiziert und behoben werden können. Damit ist eine ausfallsichere Stromversorgung innerhalb der Produktion sowie eine hohe Verfügbarkeit der Anlage gewährleistet. Selbstverständlich spielt auch die aktuelle Gesetzeslage weiterhin eine wesentliche Rolle. Denn energieintensive Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem vorweisen, können im Rahmen des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) Härtefall- oder Ausgleichsregelungen geltend machen. Seit 2013 ist ein überprüfbares System nach ISO 50001 zudem Voraussetzung für Energie- und Stromsteuerermäßigungen . Viele Unternehmen verlangen von ihren Lieferanten mittlerweile hohe Umweltstandards. Ökologische Anforderungen werden bei Ausschreibungen eine immer größere Rolle einnehmen – der glaubhafte Nachweis einer nachhaltigen Energiepolitik eines Unternehmens wird damit umso wichtiger. Damit verspricht eine Zertifizierung nach ISO 50001 auch Wettbewerbsvorteile durch ein positives Image.

Energiemonitoringsysteme

Das zentrale Werkzeug, um die in der Norm formulierten Ziele zu erreichen, sind Energiemonitoringsysteme. Sie ermöglichen es, softwaregestützt die Energieströme eines Unternehmens in allen Produktions- und Nebenanlagen zu erfassen, den Energieverbrauch zu analysieren und auszuwerten. Aus diesen Daten lassen sich dann Einsparpotenziale bestimmen. Digitale Messgeräte wie die kommunikationsfähigen 7KM PAC Modelle liefern Informationen über Energiewerte, Anlagenzustand und Netzqualität. Über eine entsprechende Software lassen sich aus den erfassten Daten Einsparpotenziale ermitteln und die Anlagenverfügbarkeit sicherstellen. Die Software Powermanager eignet sich für den Einstieg in das Energiemanagement. Mit der intuitiv bedienbaren Lösung lassen sich Energieverbrauchsdaten und elektrische Messgrößen übersichtlich darstellen, speichern und auswerten. Umfangreiche Voreinstellungen machen die Inbetriebnahme schnell und unkompliziert. Für den Einsatz der Software werden lediglich ein Windows-PC und kommunikationsfähige Messgeräte benötigt, deren Messwerte über Ethernet an die Software weitergegeben werden.

Praxisbeispiele

Der Automobilzulieferer Bergmann Automotive in Barsinghausen setzt bei der Einführung eines Energiemanagements auf Komponenten von Siemens. Die sechs elektrisch betriebenen Gießereiöfen des Unternehmens benötigen vergleichsweise so viel Strom wie eine Ortschaft: „Zirka 10 Prozent unseres Umsatzes entfallen auf Energiekosten“, bringt Geschäftsführer Bernhard Büthe die besondere Herausforderung auf den Punkt. Rund 36 Millionen kWh verbraucht das Unternehmen pro Jahr – etwa so viel wie 5800 Durchschnittsdeutsche. Energieeffizienz wird damit zum zentralen Faktor für den Unternehmenserfolg.

Auch bei der Holzverarbeitung ist die nachhaltige Nutzung von Strom ein erklärtes Ziel – etwa bei der Ziegler Holzindustrie mit Sitz in Plößberg. Das oberpfälzische Unternehmen agiert im internationalen Wettbewerbsumfeld und ist seit 2012 nach DIN EN ISO 50001 für betriebliches Energiemanagement zertifiziert. Die technische Basis bildet ein Monitoringsystem mit rund 40 Messgeräten, das Ziegler gemeinsam mit Siemens über einen Zeitraum von rund drei Monaten installiert hat.

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