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Bild: Mikhail Tolstoy, iStock
Robotik-Ausbildung

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Zukünftige Herrscher über die Maschinen

Text: Susann Fiedler, Voith Engineering Services
Immer mehr Roboter übernehmen immer mehr und immer komplexere Automatisierungs­aufgaben. Doch wo bekommt man die qualifizierten Fachkräfte her, die dem Heer der ­mechanischen Arbeiter Leben einhauchen? Zum Beispiel aus Chemnitz, wo eine Ausbildung zum Roboterexperten angeboten wird.

Viele Unternehmen, insbesondere in der Automobilbranche, suchen nach Möglichkeiten und Wegen, mit denen sie gut ausgebildetes Fachpersonal für Robotik finden und es dauerhaft auf dem neusten technischen Stand halten können. Da die interne Ausbildung insbesondere für mittelständische Betriebe kostspielig ist und auch größere Unternehmen nicht immer über zusätzliche moderne Geräte für die Ausbildung verfügen, lassen immer mehr Firmen ihre Experten extern weiterbilden. Meist handelt es sich in der Regel aber eher um kurze Einführungen in die Bedienung eines bestimmten Roboters oder eines bestimmten Herstellertyps. Was häufig fehlt, ist ein fundiertes Basiswissen, das auch bei verschiedenen Robotern angewandt werden kann.

Eine derartige Ausbildung bietet Voith Engineering Services in Chemnitz an. Im eigenen Robotik-Bildungszentrum, dem Voith Education Center, werden Mitarbeiter in Robotik-Themen weiterentwickelt und ihnen Basis- sowie Expertenwissen auf diesem Gebiet vermittelt. Aufgrund der Nähe zu Kunden im Automobilbereich kennt man hier die Anforderungen bis ins Detail und kann praxisnah in den unterschiedlichen Automatisierungsthemen aus- und weiterbilden. Im Rahmen von Firmenschulungen sowie spezifischen Ausbildungsprogrammen werden die Teilnehmer in verschiedenen Herstellertypen wie Kuka, Fanuc und ABB geschult und bekommen anwendergezielt die gängigen Roboter-Standards vermittelt. So sollen die Teilnehmer möglichst flexibel einsetzbar sein – ein großer Vorteil für deren künftige Arbeitspraxis.

Acht Module

Das dreimonatige Kursprogramm ist auf eine breite Wissensvermittlung ausgelegt. In acht Modulen erwerben die Teilnehmer fundierte theoretische Grundkenntnisse in der Robotik und lernen anhand von zahlreichen Übungen an Robotern, ihr neu erworbenes Wissen direkt in der Praxis umzusetzen. Dabei werden auch Schnittstellen zur SPS und Grundkenntnisse in der Elektrik berücksichtigt, um den Teilnehmern eine Fehlersuche in ihrem zukünftigen Aufgabenfeld zu erleichtern. Das Programm ist für alle geeignet, die im Produktionsbereich mit Robotern in Berührung kommen: Roboter-Bediener, -Instandhalter und -Inbetriebnehmer.

Die Ausbildung beginnt mit Robotik-Grundlagen, wo insbesondere die Bedienung des Roboters im Vordergrund steht, von der Inbetriebnahme über das Kennenlernen und Anwenden der verschiedenen Koordinatensysteme des Roboters, bis zu Startbefehlen und dem Erstellen einfacher Programme. Modul 2 vertieft die Kenntnisse in Theorie und Praxis fundierter und vermittelt komplexere Inhalte. Es geht um den Arbeitsbereich des Roboters, die Verwendung von Variablen oder das Programmieren mit logischen Funktionen. Bei den Modulen Peripheriewissen und Programmierung sind die komplexen Funktionen des Roboters zentral, die für die Bewältigung von schwierigen Situationen in der Handhabung eine Rolle spielen. Der Schwerpunkt liegt auf der Kommunikation des Roboters mit der übergeordneten SPS-Steuerung. Dabei werden auch wichtige Aspekte der Roboterprogrammierung vermittelt.

Automobil- und Elektrotechnik

Im Modul Roboter in der Automobilindustrie werden Besonderheiten in der Programmierung bei den größten Automobilherstellern thematisiert, so dass Teilnehmer auch in der Lage sind, kundenspezifische Anforderungen in der Programmierung nach der Ausbildung zu identifizieren und umzusetzen. Der Ausbildungsabschnitt Work Visual und Profinet befasst sich vorrangig mit der Kuka-Software und wie das Profinet korrekt eingerichtet wird. Es folgt ein Modul für die Elektrik in den Produk­tionszellen. Dabei lernen die Teilnehmer, Elektropläne von Eplan zu interpretieren. Bestandteile sind der Aufbau ­eines Schaltschranks oder der Zusammenhang zwischen Stromlaufplan und realer Anlage. Im letzten Modul, Praxisorientiertes Arbeiten, werden alle vorangegangenen Lern­inhalte in einer in sich geschlossenen Aufgabenstellung umgesetzt. Bei Bedarf lassen sich Zusatzmodule buchen, um typische Probleme in Automationszellen eigenständig zu lösen.

Susann Fiedler, Leiterin Voith Education Center, im Kurzinterview

A&D:

Worin unterscheidet sich Ihr Ausbildungsangebot von anderen?

Fiedler:

Unseres Wissens sind wir der einzige Schulungsanbieter, der herstellerunabhängig und umfassend von der Grundlagenvermittlung bis zum Expertenwissen schult. Die Herausforderung beim Berufsfeld Roboterexperte besteht darin, dass es keine anerkannte Fachausbildung gibt. Daher müssen sich die Mitarbeiter ihre Kenntnisse in vielen Fällen selbst aneignen.

Wie viele Absolventen gibt es jährlich?

Wir bieten die dreimonatige Schulung zwei Mal pro Jahr an, mit maximal 15 Personen pro Kurs. Einige Teilnehmer waren schon in einem ähnlichen Umfeld tätig und verbessern ihre Qualifikation. Somit gibt es pro Jahr meist nicht mehr als 20 neue Roboterexperten. Damit ist die Nachfrage der Unternehmen nach Fachkräften in dem Bereich noch nicht gedeckt.

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