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Bild: Graze
Linearmotoren

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Essen per Post

Text: Joel Chase und Bernadette Tröndle, Dunkermotoren
In Großbritannien liegt die Snackbox durchaus auch mal im Briefkasten. Für uns ist das noch außergewöhnlich, doch auf der Insel stehen die Anbieter dieses Services in harter Konkurrenz. Daher muss ein Startup auch mehr bieten. Bei den dazugehörenden Anforderungen an die An­lage ist ein Standardantrieb die falsche Antwort.

Graze gehört zu den Top 100 der am schnellsten wachsenden britischen Unternehmen. Die noch junge Firma wurde von sieben Freunden gegründet und ist in West-London ansässig. Sie liefern Zwischenmahlzeiten per Post, bestehend aus jeweils vier genau portionierten, nahrhaften Zutaten, in das ganze Vereinigte Königreich. Das wirklich außergewöhnliche ist, dass jedes Päckchen nach den Vorgaben und Wünschen des einzelnen Kunden befüllt ist und die Frische der Zutaten garantiert wird. Daher waren die Anforderungen von Graze höchst anspruchsvoll. Doch gleich zu Beginn wurde ihnen von Experten gesagt, dass es unmöglich, bestenfalls nur unter größten Schwierigkeiten möglich sei, die Anforderungsmerkmale der Fertigungsstraßen umzusetzen. Standardantriebe und -maschinen würden die Leistungskriterien für die Verarbeitung, Wartung und Sauberkeit kaum erfüllen können.

Alle Portionen der einzelnen Snackprodukte werden auf der Fertigungslinie abgewogen und in die verschiedenförmigen Schälchen abgefüllt. Diese passen alle in einen Standard-Graze-Karton, der selbstverständlich in Standard-Briefkästen passt. Eine Systems namens Darwin (Decision Algorithm Rating What Ingredient’s next) errechnet, in welcher Reihenfolge die gewünschten Zutaten in die kundenspezifischen Kartons abgefüllt werden. Durch die millionenfachen Kombinationsmöglichkeiten der Zutaten sind verschiedenste Positionierungen notwendig, um die Zusammenstellung in den Kartons zu ermöglichen, und das in höchster Geschwindigkeit, um die geforderten Durchsätze zu erreichen. Da es sich um Lebensmittel handelt, müssen alle Komponenten abwaschbar beziehungsweise leicht zu reinigen sein. Um Verunreinigungen zu vermeiden, sollte ihre Oberfläche also am besten glatt sein. „Jeder sagte, das ist unmöglich“ sagt Ben Jones, Mitgründer von Graze, „und dennoch haben wir ein erfolgreiches Unternehmen aufgebaut, das frische Früchte per Post verschickt.“

Auf der britischen Fachmesse für Verarbeitungs- und Verpackungsmaschinen PPMA erregte ein Motor in einem Aquarium die Aufmerksamkeit von Neil Thompson, ebenfalls Mitgründer von Graze. Der Hygienic XHA aus der Servo­Tube-Baureihe von Dunkermotoren schien geeignet, die komplexe Herausforderung meistern zu können. Neil vereinbarte für seine Ingenieure einen Termin auf dem Messestand, um die Möglichkeiten zu diskutieren.

Linearmotor als Aktuator

Während der folgenden Monate arbeiteten die Entwicklungsingenieure von Dunkermotoren eng mit den Graze-Maschinenbauern zusammen. Man entschied sich, eine XY-Einheit mit dem XHA38-Linearmotor zu konstruieren. Nutzt man die Linearmotoren als Aktuatoren, ist es möglich, den Dosierkopf an den verschiedensten Stellen zu positionieren. Von Vorteil sind auch die schmiermittelfreien, leicht austauschbaren Hochleistungspolymerlager. Da der Positionierungs­sensor innerhalb des Motorgehäuses sitzt, ist er vor Ablagerungen oder Beschädigungen geschützt. Die Linearantriebe der ServoTube-Baureihe sind sowohl mechanisch als auch elektrisch einfach aufgebaut. Dies reduziert die Komplexität des gesamten Systems, vereinfacht die Wartung und spart Platz, da weder ein Getriebe noch ein separater Servomotor nötig ist. Die Konstruktion aus rostfreiem Edelstahl ist vollständig IP69K geschützt. Dieser Aufbau erfüllt alle Bedingungen der lebensmittelverarbeitenden Industrie. Ebenfalls werden durch die hohe Leistungsabgabe der Antriebe die Anforderungen an Geschwindigkeit und Beschleunigung mit Leichtigkeit erfüllt.

Endlich hatte Graze ein System, das die erforderliche Verarbeitungsmenge bewältigt. Die millionenfachen Kombinationsmöglichkeiten ergeben eine riesige Anzahl individueller Mahlzeiten oder picks, wie Thomson sie nennt. „Ob Sie es glauben oder nicht, wir sind in der Lage, mehr individuelle picks als andere etablierte, renommierte Online-Lebensmittel-Anbieter zu verarbeiten“. Das Darwin-System, die maßgeschneiderten Maschinen und die speziell angefertigten Antriebe trugen zur Erhöhung der Verarbeitungsgeschwindigkeit bei und damit zu größerer Produktivität durch die schnellere und präzisere Positionierung. Das Ergebnis ist wenig Abfall, reduzierte Wartungsaufwände, geringere Kosten, vereinfachter Aufbau, ein niedriger Geräuschpegel und letztlich erhöhte Rentabilität.

Durch den größeren Durchsatz und die erhöhte Flexibilität hat das Unternehmen sämtliche Ziele für das erste Quartal bei weitem übertroffen und ist jetzt dabei, sich zu vergrößern. Außerdem wurde die Produktpalette im Vereinigten Königreich erweitert, jetzt werden auch Frühstücks- und spezielle Kinderportionen angeboten.

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