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Bild: sandramo, iStock; WEG; Springer
Getriebeschwingen

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Ein super Schnitt

Text: Jürgen Ponweiser, WEG
Holz schneiden – ein echter Männerjob. Mit dem elektrisch betätigten Trimmer E-Cut 200 geht die harte Arbeit nun einfach von der Hand. Denn er ist mit vielerlei Komponenten ausgestattet, die die Kappsägeschwingen mit Leichtigkeit durch das Holz jagen.

Die Springer-Gruppe mit Sitz im österreichischen Friesach produziert weltweit Maschinen und Förderanlagen für die Holzindustrie, wie Rundholzplatz­anlagen, Hobelwerke, Maschinen für die Schnittholzsortierung sowie Produk­tions­anlagen für die Weiterverarbeitung von Holz. Als erster riemenloser, elektrisch betätigter Trimmer stellt der E-Cut 200 in der Holzverarbeitungsbranche eine Neuerung in Sachen Antriebsart, Betätigung und Wartung dar.

Die Kappsägeschwingen werden erstmals elektrisch betätigt und weisen dadurch einen höheren Wirkungsgrad als vergleichbare hydraulisch oder pneumatisch betriebene Modelle auf. Eine kontrollierte, präzise Betätigungskurve ermöglicht eine bessere Kontrolle der Kappsägen und eine exakte Positionierung der Sägeblätter im jeweiligen Sägeprozess. Der E-Cut 200 ist standardmäßig mit 21 Sägen in 300mm-Modulen ausgestattet und für Bretter bis zu einer Standardendlänge von 6 m sowie Holzstärken von bis zu 100 mm ausgelegt.

Riemenloser Antrieb

Bislang wurden Trimmer mit Riemen ausgeführt. Durch den Holzstaub war dabei die Abnutzung der Antriebsbänder sehr groß. Um den Verschleiß zu verringern und die Wartung zu vereinfachen, war Springer auf der Suche nach einer riemenlosen Getriebeschwinge. Zusätzlich sollte der Trimmer auch neue Maßstäbe in Bezug auf exakte Schnittführung und Temperaturunempfindlichkeit setzen. Für das riemenlose Spezialgetriebe wandte sich Springer an Watt Drive. Das Unternehmen konzipierte und fertigte eine komplett neue Antriebseinheit pro Säge. Diese besteht aus dem innovativen Trimmergetriebe, einem Kegel­stirnradgetriebemotor sowie – je nach Auslegung – ein oder zwei W22-Motoren für den Hauptantrieb. Vor dem finalen Produktlaunch des E-Cut 200 wurde der Trimmer samt neuer Antriebseinheit über 1000 Stunden im Praxis-Einsatz getestet.

Getriebeschwinge

Der E-Cut 200 treibt über zentrale, außenliegende Motoren die Schwingen an, welche erstmals als Getriebeeinheiten ausgeführt sind, und versetzt somit die Sägeblätter in Rotation. Die Betätigung der einzelnen Sägen erfolgt mit elektrisch ausgeführtem Kurbeltrieb über Schubstangen. Durch diese elektrische Betätigung lässt sich die Bewegung der einzelnen Sägen genau kontrollieren – und das temperaturunabhängig. Die Schubstangen sind robust und lassen keine Beschädigungen durch Kappholzbewegungen an der Betätigung zu. Die Kappstücke fallen störungsfrei durch einen großflächigen Abwurf auf ein tief liegendes Förderband zum Abtransport.

Die Kreissägen werden von ein bis maximal zwei 4-poligen W22-IE2-Motoren der Baugröße IEC 225 angetrieben (Modell 225S/M-04). Die Motoren mit einer Leistung von jeweils 37 kW treiben über Keilriemen die Eintriebswelle des Sondergetriebes an. Das Gehäuse der Getriebeschwinge ist aus Sphäroguss, was ihm eine hohe Festigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen verleiht – ein entscheidender Faktor in einem rauen Umfeld wie der Holzindustrie.

Das Sondergetriebe mit einem Nenndrehmoment von 593 Nm ermöglicht durch einen Übersetzungsfaktor 2,42 eine Steigerung der Drehzahl. Das heißt, bei dem 4-poligen Motor mit einer Drehzahl von 1475 U/min dreht sich das Kreissägeblatt mit 3570 U/min. Kundenspezifisch lässt sich die Kreissägeblattgeschwindigkeit aber auch auf 4307 beziehungsweise 4748 U/min ändern. Hierfür kommt eine Keilriemenuntersetzung mit unterschiedlich großen Keilriemenscheiben zum Einsatz. Das Sondergetriebe ist speziell für hohe Umgebungstemperaturen bis zu 50 °C ausgelegt und verfügt über eine hochwertige Dichtung für staubige Umgebungen. Alle Verschlussdeckel werden zusätzlich eingeklebt. Die fremdlüftergekühlten Kegelstirnradgetriebemotoren in Bremsenausführung (KUS 60A 70 91L4 TH BR20 FL) mit einer Leistung von 3 kW erzeugen jeweils die Hubbewegung des Kreissägeblatts und werden über einen Frequenzumrichter angesteuert. Optional werden diese Antriebe auch mit Inkrementalgeber ausgestattet.

Verschleiß- und wartungsarm

Durch die neu entwickelte Getriebeschwinge ist die Maschine besonders wartungs- und verschleißarm, da keine Riemen mehr erforderlich sind. Diese wurden bisher durch den Holzstaub stark beansprucht und waren daher verschleißanfällig. So spart der Betreiber Material- und Servicekosten.

Auch in Bezug auf die Wartungsfreundlichkeit kann der E­Cut 200 dank des neuen Antriebskonzepts punkten. Da sich sämtliche Antriebselemente im Außenbereich befinden, sind diese für Servicetechniker leicht und sicher zu erreichen, ohne dass der Trimmer selbst geöffnet werden muss. Dieser ist mit einer neu konzipierten, linear bewegbaren Staubkapselung versehen, welche nicht nur eine kompakte Bauart aufweist, sondern auch einen uneingeschränkten Zugang zum eigenen Wartungssteg bietet. Dies ermöglicht einen schnellen Sägeblattwechsel.

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