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Effizienz zu Papier gebracht

Text: Gunthart Mau, SEW-Eurodrive Fotos: SEW-Eurodrive
Dem Anspruch an eine nachhaltige Produktion folgend, sind Unternehmen zu mehr Verantwortung angehalten - gerade in energieintensiven Branchen. Deshalb wendet sich SEW-Eurodrive mit abgestimmten mechatronischen Antriebseinheiten an die Fördertechnik und verspricht Einsparungen bei Installations- und Stromkosten sowie bei den CO2-Emissionen.

Das kanadische Unternehmen Kruger mit Sitz in Montreal ist auf dem nordamerikanischen Markt mit Holz-, Papier und Kartonprodukten breit vertreten. Die großflächige Anlage des Werks in Gatineau in der Provinz Quebec erreicht mit 8700 Quadratmetern für die Zellstofferzeugung und weiteren 18000 Quadratmetern für die Papierherstellung eine Produktionskapazität von 87500 Tonnen pro Jahr. Von anderen Herstellern zugelieferter Zellstoff aus Frischfasern und Recyclingmaterial wird hier zunächst in einer Papiermühle verarbeitet um daraus beispielsweise Toilettenpapier, Kosmetiktücher oder Servietten herzustellen. Die Papierfabrik nahm bereits 1926 ihren Betrieb auf und beschäftigt heute rund 470 Mitarbeiter. Kruger steht, wie alle Unternehmen in der energieintensiven Papierherstellung, vor der Herausforderung, die Umweltauswirkungen seiner Produktionstätigkeit zu reduzieren. „Als Marktführer in Kanada nehmen wir diese Verantwortung wahr“, verspricht Steven Sage, Vice President des Unternehmensbereichs Kruger Products. Ein aktuelles Beispiel: Als im Jahr 2010 in der Papierfabrik Gatineau ein neues Wärmerückgewinnungssystem installiert wurde, reduzierten sich der Energieverbrauch um elf Prozent und die Treibhausgase um 15 Prozent. Die Prozesswärme, die zuvor nach außen entwich, wird nun vollständig zurückgewonnen und zur Beheizung der Anlage im Winter sowie zum Aufheizen des Prozesswassers genutzt. Diese Maßnahmen sind Teil eines Fünfjahresplans, der die Umweltauswirkungen in neun Bereichen verbessern soll. „Kruger war der erste Tissue-Hersteller mit Produktkettenzertifizierung nach den internationalen Standards des Forest Stewardship Councils FSC“, so Sage. „Gegenwärtig sind 93 Prozent unserer Zellstofffasern von unabhängiger Seite zertifiziert und bis Jahresende wollen wir 100 Prozent erreichen.“ Die Produktion in Gatineau nimmt laut Sage eine Schlüsselposition ein. Das ISO-9000-zertifizierte Werk nutzt Six Sigma zur kontinuierlichen Verbesserung sowie ein Umweltmanagementsystem. Im Dezember des vergangenen Jahres nahm Kruger im Werk eine neue, hocheffiziente Verarbeitungs- und Verpackungsanlage in Betrieb. Dazu Sage: „Um die steigende Nachfrage zu befriedigen, brauchen wir moderne Technik, mit der wir unsere Prozesse verbessern und die Produktivität des Werks erhöhen können.“ Eine wichtige Rolle im gesamten Betrieb spielen rund 40 Förderbänder für den Transport von Kosmetikpapierkartons, Kartonmultiverpackungen und Toilettenpapiersäcken.

Energieeinsparungen

Einer der ausschlaggebenden Faktoren bei der Wahl der neuen Förder- und Verpackungsanlage war der Kauf von 40 mechatronischen Antriebseinheiten Movigear aus dem Hause SEW-Eurodrive. Projektingenieur Levesque erklärt: „Mit der Lösung des Fördertechnikspezialisten Span Tech haben ein Fördersystem, das genau zu unseren Bedürfnissen passt.“ Er fährt fort: „Weil Span Tech uns zum mechatronischen Antriebssystem Movigear geraten hatte, traf ich mich mit Vertretern aus der kanadischen SEW-Niederlassung in Montreal und die Entscheidung zugunsten von Movigear.“ So setzt Kruger je eine an der Förderwelle angebrachte Movigear-Antriebseinheit für jedes Förderband ein. Die Antriebseinheiten werden über einen Controller vom Typ Movifit angesteuert. Er verteilt die Energie und Kommunikationssignale an bis zu zehn mechatronische Antriebe. Eines der wichtigsten Kaufargumente für die Firma Kruger war, dass das mechatronische Antriebssystem von SEW-Eurodrive als Bestandteil der Prozesslösung für deutliche Energieeinsparungen sorgt. „Weil bei Kruger rund um die Uhr und auch an den Wochenenden 25 Motoren gleichzeitig laufen, sparen wir - im Vergleich zu einem Standardmotorsystem - rund 4000 kanadische Dollar jährlich ein“, so Levesque. „Jede Möglichkeit zum schlankeren Betrieb unserer Fertigungsstraße ist gut für das Unternehmen.“ Vice President Steven Sage stimmt ihm zu: „Es steht in Einklang mit unserem Bestreben, unseren Energieverbrauch im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsinitiative zu senken.“

Grün zahlt sich aus

Die Antriebskomponenten von SEW-Eurodrive mögen zwar zunächst etwas teurer sein als übliche Antriebslösungen, doch schon nach ein bis zwei Jahren amortisieren sich diese Kosten durch die Einsparungen beim Strom. Darüber hinaus ergeben sich durch Movigear auch Einsparungen bei den CO2-Emissionen, bestätigt Sage: „Industrie, Handel, Gastgewerbe und Verwaltung suchen nach grüneren Produkten, die auf die Umsetzung von Initiativen zur Nachhaltigkeit setzen, um ihre Position zu stärken“, fasst er zusammen. „Deswegen sind - neben der Fasergewinnung - Einsparungen bei Energie, Wasser, Emissionen, Abfällen und Verpackung für uns die Bereiche, auf die wir uns besonders konzentrieren.“

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