Melden Sie sich kostenfrei an, um Artikel vollständig zu lesen...
News und Promotion-Beiträge sind ohne Registrierung kostenfrei zu lesen
Login

Passwort vergessen?
Registrieren
   

Passwort ist zu kurz (mind. 8 Zeichen).
Regalbediengeräte sind in Lagern Teil eines ausgeklügelten Intralogistiknetzes
Antreiben & Bewegen

0 Bewertungen

Auf der Überholspur

Text: Marco Walz, Lenze Fotos: Lenze
Heute im Internet bestellt, morgen per Post erhalten, übermorgen vielleicht schon zurückgeschickt - zu einer flüssigen Lieferkette gehören auch automatisierte Regalbediengeräte. Sie gewährleisten einen schnellen Zugriff auf die gewünschten Produkte. Das Rückgrat dafür bildet moderne Antriebstechnik.

2133 Regalbediengeräte (RBG) wurden 2010 nach Angaben des VDMA-Fachverbandes Fördertechnik und Logistiksysteme in Deutschland hergestellt, ein Plus von gut zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr. Als zentrale Technik in automatisierten Lagern stellen RBGs den schnellen Zugriff auf zwischengelagerte Produkte oder Produktionsmittel sicher. Der Anteil der automatisch betriebenen RBGs hat sich laut VDMA im gleichen Zeitraum von 90 Prozent auf 98 Prozent erhöht. Dabei nimmt effiziente Antriebs- und Automatisierungstechnik, wie Lenze sie bereitstellt, einen entsprechend hohen Stellenwert ein. „Unsere Branche steht wie die gesamte Investitionsgüterindustrie vor einem Paradigmenwechsel“, sagte Christoph Hahn-Woernle, Vorstandsmitglied des genannten VDMA-Fachverbandes anlässlich einer Pressekonferenz während des Forums Intralogistik im vergangenen Jahr in Hannover. Statt „schneller, höher, weiter“ seien „vor allem ökologische und ökonomische Effizienz sowie Lösungen, die es zum Beispiel auch älteren Mitarbeitern ermöglichen, ermüdungsfrei zu arbeiten“ gefordert. „Gefragt sind Lösungen, die das Kriterium Nachhaltigkeit erfüllen“, so Hahn-Woernle.Welche Rückschlüsse lassen sich daraus für die eingesetzte Technik ziehen? Es sind hochproduktive Lösungen gefragt. Ferner gilt: Die technischen Geräte müssen sich einfacher bedienen lassen, damit weltweit nicht nur hochqualifiziertes Personal sicher und effizient mit ihnen arbeiten kann. Für Forschung und Entwicklung ergibt sich daraus der Auftrag, Antworten zu finden, wie sich bei geringerem Ressourceneinsatz die Materialflussleistung weiter steigern lässt.

Dynamisches Online-Geschäft

Diese Leistung kennzeichnet besonders das Online-Geschäft. Online-Bestellungen wachsen im zweistelligen Bereich. Sie ziehen ausgefeilte Logistikketten nach sich. Ein verändertes Kaufverhalten in Online-Shops - vier Teile bestellen und drei zurückschicken - hat den Retourenversand in die Höhe schnellen lassen. In direkter Folge ist in Zukunft davon auszugehen, dass mit steigender Automatisierung die Anzahl an Antrieben zunehmen wird. Hohe Dynamik und Beschleunigungen sind wichtige Kriterien, um eine kurze Spielzeit oder hohen Durchsatz in einem Lager zu gewährleisten. Oftmals wird diese Dynamik aber nicht über die gesamte Lebensdauer eines Lagers benötigt. Deshalb ist es durchaus interessant, in ruhigeren Auslastungsperioden das Regalbediengerät nicht mit der maximalen Dynamik zu fahren, um so unter anderem die Mechanik zu schonen sowie Verschleiß und Energiebedarf zu senken. Für jeden Kommissionierauftrag gilt es dabei, die jeweils bestmöglichen Fahrprofile immer wieder neu zu errechnen. Hier können je nach Ausgangslage energieeffiziente Bewegungsführung, wie versetzter Start von Fahr- und Hubachse, Verringerung der Beschleunigung und Geschwindigkeit der Achse mit der kürzeren Fahrstrecke/Fahrzeit und auslastungsabhängigen Fahrprofilen realisiert werden. Mit diesen verschiedenen Bewegungsprofilen wird die dem Netz entnommene Energie effizient genutzt.Eine für den Einsatz in Regalbediengeräten mit ihren charakteristischen, sehr dynamischen Hub- und Fahrbewegungen interessante Möglichkeit hat Lenze mit den Servo-Umrichtern der Reihe Servo Drives 9400 entwickelt. Die Multiachsgeräte gibt es im Leistungsbereich von 0,37 bis 15 kW mit integriertem DC-Schienensystem. Durch eine Kombination mit der 9400 Singleachse (0,37 bis 370 kW) werden auch höhere Leistungen erreicht, die über den gemeinsamen Zwischenkreis eingespeist werden können.Damit lässt sich ein Energieaustausch über den Zwischenkreis zwischen den verschiedenen Antrieben - zum Beispiel Hub- und Fahrachsen - realisieren. Mithilfe des Versorgungs- und Rückspeisemoduls (VR) kann die freigesetzte generatorische Energie außerdem ins Netz zurückgespeist werden - und das im Rahmen eines einfachen Aufbaus und simpler Verdrahtung. Aufgrund der hohen Überlastfähigkeit - bis zum Dreifachen der Bemessungsleistung (0,5 s) - bietet sich diese Einheit gerade bei Taktantrieben an. Zur Erhöhung der Einspeiseleistung können ungesteuerte Gleichrichter parallel geschaltet werden.

Sicherheit wird immer wichtiger

Nachhaltige Lösungen in der Intralogistik schließen die ökonomische Effizienz ausdrücklich mit ein. Das ist ökologisch wie betriebswirtschaftlich vernünftig. Gleichzeitig wird die Sicherheitstechnik bei der Projektierung von Regalbediengeräten immer wichtiger - unter anderem dokumentiert durch international gültige Normen. Für RBGs greift der spezielle Normentyp C - und zwar konkret die EN 528:2008. Sie definiert präzise die Sicherheitsanforderungen für Regalbediengeräte. Lenze hat mit dem antriebsintegrierten Sicherheitskonzept Drive-based Safety einen Weg beschritten, der die Anzahl externer Sicherheitskomponenten reduziert. Dadurch sinken Hardware-Kosten, verringern sich Platzbedarf und Verdrahtungsaufwand im Schaltschrank und die Systemstruktur wird schlanker sowie übersichtlicher.Alle bislang von Lenze für die Umrichter der Antriebs- und Automatisierungsplattform L-force angebotenen Sicherheitsfunktionen erfüllen die ANforderungen nach PLe - und damit das Maximum gemäß EN ISO13849-1. Safe Torque Off (STO) ist an dieser Stelle schon als Basisfunktion zu bezeichnen. Sie hat sich in den vergangenen Jahren so weit etabliert, dass Lenze STO bei vielen Gerätereihen integriert hat - die Funktion gehört nunmehr zum Serienumfang.Moderne Antriebsregler können heute in puncto Safety aber noch erheblich mehr leisten als Safe Torque Off. Weil bei der Neukonzeption von Regalbediengeräten häufig mehr Leistung benötigt wird, hat Lenze zum Beispiel für die Servo Drives 9400 ein skaliertes Portfolio zur Drive-based Safety entwickelt und in steckbare Module gegossen.

Firmen zu diesem Artikel

Nach oben