Melden Sie sich kostenfrei an, um Artikel vollständig zu lesen...
News und Promotion-Beiträge sind ohne Registrierung kostenfrei zu lesen
Login

Passwort vergessen?
Registrieren
   

Passwort ist zu kurz (mind. 8 Zeichen).
Bild: shaunl, iStock
Bediengerät

0 Bewertungen

Wasser marsch

Text: Dr. Jörg Lantzsch für Graf-Syteco
Der Brandschutz an Verkehrsflughäfen stellt besondere Anforderungen unter anderem an die eingesetzten Flugfeldlöschfahrzeuge. Sie müssen schnell am Einsatzort sein und im schlimmsten Fall dazu in der Lage sein, den Brand eines Verkehrsflugzeugs zu bekämpfen. Dabei setzt ein Hersteller für Feuerwehrfahrzeuge und feuerwehrtechnischem Zubehör bei der Steuerung und Bedienung seiner Flugfeldlöschfahrzeuge konsequent auf Kommunikation über den CAN-Bus.

Drei Minuten – so viel Zeit darf maximal zwischen dem Alarmierungszeitpunkt und dem Beginn des Löscheinsatzes an der Brandstelle auf einem Verkehrsflughafen vergehen. Um dies auch für die entferntesten Punkte eines weitläufigen Flughafenareals erfüllen zu können, müssen besondere Anstrengungen unternommen werden. Um die strengen Anforderungen der internationalen Zivilluftfahrt-Organisation zu erfüllen, sind auch die Flugfeldlöschfahrzeuge entsprechend ausgelegt. Ein Hersteller auf diesem Gebiet ist die Firma Albert Ziegler, die eine 125jährige Tradition im Bereich der Brandbekämpfung aufweist. Je besser die Fahrleistungen der Löschfahrzeuge sind, desto weniger Feuerwachen sind auf dem Flughafengelände notwendig, was direkt zu Kosteneinsparungen führt. Auch an die Löschanlage auf den Fahrzeugen werden hohe Anforderungen gestellt. So sind etwa die Tanks für Wasser und Schaummittel sehr groß, da es auf einem Flughafengelände in vielen Bereichen nicht möglich ist, eine Zubringleitung für Löschwasser zu errichten. In den Löschwassertank des Z6 passen bis zu 12 500 Liter, zusätzlich hat er bis zu 1500 Liter Schaummittel an Bord. Das Flugfeldlöschfahrzeug kann mit dem neuen Löschgelenkarm Z-Attack ausgestattet werden. Die Feuerlösch-Kreiselpumpe, die über einen Power Divider vom Fahrmotor angetrieben wird, hat eine Förderleistung bis zu 8000 l/min. Der Dachwerfer, beziehungsweise der Werfer am Löschgelenkarm, hat eine Ausstoßrate von 6000 l/min und ermöglicht Wurfweiten von mehr als 90 Meter.

Konzept mit CAN

Die vielen Aggregate im Flugfeldlöschfahrzeug müssen sich möglichst einfach und übersichtlich bedienen und ansteuern lassen. Bei der Architektur der Steuerungstechnik setzt man bei Ziegler auf den CAN-Bus. „Der CAN-Bus wird als Standard im Fahrzeugbereich eingesetzt“, sagt Holger Schäble, der bei Ziegler für die Elektrotechnik in den Fahrzeugen verantwortlich ist: „Daher liegt es nahe, auch für die Aufbauten den CAN-Bus zu verwenden.“ Die großen Flugfeldlöschfahrzeuge haben gleich drei getrennte CAN-Bus-Stränge. Neben dem CAN-Bus für das Fahrzeug, über den die Motorsteuergeräte kommunizieren, ist ein weiterer Strang für sämtliche Aufbauten zuständig. „Der dritte CAN-Bus-Strang dient der Steuerung des Löschgelenkarms“, sagt Holger Schäble.

Für die feuerwehrtechnischen Einrichtungen im Fahrzeug setzt man bei Ziegler auf FireCAN. Dieses auf CANopen basierende Protokoll ist speziell für die Feuerwehrtechnik konzipiert und auch als DIN 14700 normiert. Um alle CAN-Bus-Stränge anzusteuern, wird eine Kleinsteuerung vom Typ P1000 von Graf-Syteco eingesetzt. Diese universell einsetzbare Steuerung verfügt über zwei CAN-Bus-Schnittstellen.

Übersichtliche Bedienung

Bei der Bedienung der einzelnen Komponenten kommt es darauf an, dass alle Funktionen schnell und übersichtlich erreicht werden können. „Alle Zustände und Bedienmöglichkeiten des Löschsystems müssen für die Einsatzkräfte sofort erkennbar sein.“ Um dies zu ermöglichen setzt Ziegler bei der Visualisierung auf Bedienpanels, die ebenfalls von Graf-Syteco geliefert werden. Mit der Software GrafDesignStudio (GDS) lassen sich für diese Bedienpanels einfach Visualisierungen eines Systems erstellen. Die gesamte Löschtechnik wird etwa auf einem Bedienpanel vom Typ MCQ6001 dargestellt, das im Cockpit installiert ist. Das 10,4-Zoll-Display hat eine Auflösung von 800 x 600 Pixel und eignet sich dadurch auch für die Darstellung komplexer Systeme wie der Löschanlage des Flugfeldlöschfahrzeugs. Die 16 frei programmierbaren Tasten und die beiden digitalen Potentiometer mit Druckfunktion stehen für Bedieneingaben des Löschsystems zur Verfügung. Gleichzeitig werden die wichtigen Zustände des Systems visualisiert. Die Einsatzkräfte haben somit die aktuellen Füllstände der Löschmittelbehälter stets im Blick.

Für den Löschgelenkarm Z-Attack ist ein zusätzliches Bedienpanel aus der MCQ4-Serie von Graf-Syteco im Cockpit des Fahrzeugs untergebracht. „Das kleinere 7-Zoll-Display reicht für die Visualisierung der Stellungsanzeigen des Löschgelenkarms völlig aus“, sagt Holger Schäble. Für die Bedienung stehen zehn Tasten und ein digitales Potentiometer mit Druckfunktion zur Verfügung. Die eigentliche Bewegung des Löschgelenkarms wird über einen Joystick im Cockpit gesteuert. Auch dieser ist über CAN-Bus mit den übrigen Komponenten des Steuerungs- und Bediensystems vernetzt.

Die Kommunikation über den CAN-Bus hat bei Ziegler eine hohe Priorität: „Auch andere Komponenten steuern wir, wenn immer es möglich ist, über den CAN-Bus. So setzen wir für den Lichtmast und die Signalanlage zwei kleine Tastaturen vom Typ AT13 ein.“ Diese Tastaturen mit jeweils sechs taktilen Tasten werden ebenfalls über den CAN-Bus an die Steuerung angebunden. Die beleuchteten Tasten machen eine einfache und sichere Bedienung auch bei schlechten Lichtverhältnissen möglich. Über farbige LEDs in den Tasten lassen sich zusätzlich verschiedene Betriebszustände visualisieren.

Bildergalerie

Firmen zu diesem Artikel

Nach oben