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Christian Benz, neuer Vorstand für Technologie, Vertrieb und Marketing bei Jetter
A&D fragt nach

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Gemeinsam Lücken schließen

Text: Fragen & Fotos: Juliane Witten, A&D
Jetter hat mit Christian Benz einen neuen Vorstand für Technologie, Vertrieb und Marketing. Im Gespräch mit A&D erklärt er, welche Strategie das Unternehmen in der mobilen Automation verfolgt.

A&D: Herr Benz, welcher Weg hat Sie als ehemaligen Geschäftsführer bei Bejier Electronics zu Jetter geführt?

Christian Benz: Bei Bejier Electronics habe ich den Bereich Visualisierungssysteme betreut. Bei mir bestand aber einerseits das Interesse, einen Komplettanbieter zu vertreten, andererseits eine verantwortungsvolle Position in einem Unternehmen mit deutschem Headquater zu übernehmen. Jetter deckt die komplette Palette der Automatisierung ab, also Steuerung, Antriebstechnik und Visualisierung und hat mit einem Umsatz von über 40 Millionen Euro eine interessante Größe. Die Historie, die ich mitbringe, reicht von Produktentwicklung und -platzierung für ein breites Feld an Kunden bis hin zum klassischen Marketing und Vertrieb. Diese Kompetenzen kann ich bei Jetter gut einbringen.

Und welche ersten Ziele haben Sie sich gesetzt?

In puncto Industrieautomatisierung ist Jetter im Vergleich zu Mitbewerbern etwas ins Hintertreffen geraten. Hier werde ich nun alles daran setzen, um die Bedarfe des Marktes besser abzubilden. Zudem will ich die mobile Automatisierung, die im Markt noch verhältnismäßig neu ist, salonfähig und richtig erfolgreich machen. Das erfordert die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen wie Hochschulen und Partnern wie Traktoren- und Anhängerherstellern.

Jetter hat mit industrieller Automatisierungstechnik angefangen. Seit einigen Jahren fokussieren Sie aber verstärkt den Bereich der mobilen Automation. Welche Entwicklung steckt dahinter?

Wir haben wachsende Bedarfe im mobilen Sektor festgestellt, gerade was Steuerungs- und Automatisierungsaufgaben angeht. Die mobile Automation ist also ein interessanter Markt in dem noch einiges zu erarbeiten ist. So hat sich Jetter mit OEMs zusammengetan, um marktgerechte Produkte zu entwickeln, zum Beispiel im Feuerwehrsektor mit der Firma Rosenbauer. Dabei geht es nicht nur um Displays, sondern um sicherheitskritische Steuerungs- und Antriebstechnik.

Welchen Anteil macht die mobile Automation im Vergleich zur industriellen Automation in Ihrem Unternehmen aus?

Der Bereich der mobilen Automation liegt bei etwa 20 Prozent. Die Ingenieure profitieren stark von unserem industriellen Know-how aus über 30 Jahren Industrieautomation und können vieles adaptieren.

Wo liegen denn die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Bereichen?

In der Industrie gibt es normalerweise geschlossenen Schaltschränke, die moderaten Temperaturen in den Produktionsanlagen ausgesetzt sind. Bei mobilen Anwendungen wird es hingegen schnell sehr heiß, feucht oder staubig. Zudem müssen die Geräte rüttelfest sein, damit die Elektronik nicht auseinanderfällt, wenn die Arbeitsmaschine über den Acker fährt. Dementsprechend haben wir auch bei der Gehäusetechnik einiges an Know-how erarbeitet.

Welche Trends bewegen derzeit die mobile Automation und wie reagieren Sie?

Es wird immer mehr und immer komplexer gesteuert. Das Know-how, das früher eher beim Techniker lag, geht auch in der mobilen Automation hin zu den Ingenieurswissenschaften. Das zeigt sich vor allem beim Einsatz von Software: heute programmieren Elektrotechniker und Informatiker die Systeme. Ein wichtiges Thema abseits von Steuerung und Visualisierung ist die Funktionalität, die man zum Beispiel von Navigationssystemen oder Smartphones kennt. Diese wollen wir in Zukunft auch für Arbeitsmaschinen bereitstellen. Außerdem kümmern wir uns stark um das Thema Elektrifizierung, also den Ersatz von Hydraulik durch Elektromotoren, um höhere Flexibilität beim Einsatz von zum Beispiel Erntemaschinen zu schaffen.

Wo sehen Sie das Unternehmen Jetter in einigen Jahren?

Wir verfolgen die Strategie, beide Bereiche - Industrie- und mobile Automation parallel - zu stärken. Letzterer weist zwar im Vergleich ein stärkeres Wachstum auf, wird aber noch einige Jahre brauchen, bis er die Industrieumsätze ablösen kann.

Das heißt, es gibt noch Lücken zu schließen in der mobilen Automation?

Mit Sicherheit. Wir bieten Lösungen für viele solcher Lücken. Die Partner müssen aber auch bereit sein, diese zu schließen. Das Know-how, wie man mit Metall, Hydraulik, Getrieben und Zapfwellen umgeht, haben die Partner. Wir haben das Wissen, wie man mit Elektronik, Elektromotoren und vor allem auch der Software umgeht. Nun gilt es, noch partnerschaftlicher zusammenzuarbeiten.

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