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Sichtverstärker

Text: Simone Käfer, A&D Foto: GlobalP
Wenn die meisten Lebewesen bereits schlummern, werden andere erst richtig fit: Nachtaktive Jäger. Doch egal ob Eule, Dachs oder Katze: Wer nachts auf die Jagd geht, tut sich leichter, wenn er in der Dunkelheit sehen kann.

Beim Schwanzvergleich kommt der Luchs schlecht weg. Dafür hat er andere Qualitäten: Neben den ausgezeichneten Ohren mit ihren charakteristischen Pinseln besitzt der Luchs die raffinierten Augen, die der Katzenfamilie eigen sind. Da sich ihre Iris in der Nacht weit öffnet, ging man lange davon aus, dass Katzen nachts keine Farben wahrnehmen können. Doch ihre Linsen sind wie Zwiebeln aufgebaut. Deren schalenförmige Bereiche haben unterschiedliche Brechungsgrade und leiten je nach Wellenlänge des Lichts sowohl die Farbigkeit als auch die Schärfe zur Netzhaut. Zusätzlich besitzen Luchse einen Restlichtverstärker: Jeder Lichtstrahl wird doppelt ausgewertet. Die grundlegende Eigenschaft zur Nachtsicht dürfen aber Luchse und Katzen nicht für sich allein beanspruchen. Bei allen nachtaktiven Säugetieren ist der Kern der Sehzellen anderes herum aufgebaut: die Chromatine liegen im äußeren Bereich anstatt im inneren. Die größere Fähigkeit zur Lichtbrechung machen sie zu einer Mikrolinse, die das Licht bündelt. Durch mehrere übereinander liegende Zellkerne wird das Licht fast ohne Streuverluste in Richtung der lichtempfindlichen Pigmente weitergeleitet. Die Lichtausbeute steigt und sehen wird trotz Dunkelheit möglich. Die Sicht je nach Bedarf anpassen - das klingt auch für die Technik fein. Forscher der TU München haben jetzt ein Verfahren entwickelt, um CMOS-Sensoren leistungsfähiger zu machen. Sie setzen auf elektrisch leitende Kunststoffe, die als hauchdünner Film auf Bildsensoren aufgetragen werden - mit einer einfachen Sprühdose. So präpariert soll jeder Pixel eine 100-prozentige Lichtempfindlichkeit haben. �?ndert man die chemische Zusammensetzung des Kunststoffs, werden auch nicht sichtbare Bereiche sichtbar, wie Infrarotlicht. Dieses Feature hätte der Luchs sicherlich auch gerne.

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