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Wenn ein Techniker nicht mit der Umgebung oder Teilen des Equipments vertraut ist, dann können Augmented-Reality-Systeme schnelles und effizientes Arbeiten unterstützen. Per Videobrille oder Helmdisplay werden zusätzliche Informationen ins Sichtfeld des Arbeiters eingeblendet. Alternativen sind beispielsweise Apps für Smartphone und Tablets, die die Umgebung per Kamera aufnehmen und auf dem Display Hervorhebungen oder ergänzende Informationen einfügen.

In der Industrie kommen solche Verfahren beispielsweise bei der Montage oder beim Anlernen an der Maschine zum Einsatz. Ebenso bei der Wartung oder beim Retrofit, wo per Tablet die existierende Anlage mit dem zukünftigen Aufbau überlagert werden kann.

Eine weitere Anwendung sieht Axel Lechler, Senior Business Development Manager des AR-Herstellers Metaio, im Bereich Industrie 4.0: Wenn die Produktion selbstorganisierend ist und Aufträge bis hinunter zur Losgröße 1 gefertigt werden, dann sei für das Bedienpersonal nicht immer ersichtlich, welches Werkstück gerade produziert wird und welche Prozesse dafür notwendig sind. AR-Lösungen könnten hier eine Informationslücke füllen: Beispielsweise das fertige Produkt anzeigen, wenn man das noch zu bearbeitende Werkstück betrachtet, oder ergänzende Informationen zum Prozess geben, wenn sich der Blick auf eine bestimmte Maschine innerhalb der Anlage richtet. „Mit AR erhalten Sie die Information wann und wo sie gebraucht wird. Sie müssen nicht erst an ein stationäres Terminal und sich einen spezifischen Auftrag oder eine bestimmte Maschine aufrufen“, erläutert Lechler den Vorteil gegenüber gängigen HMI-Lösungen.

Scheinbarer Rückzug

Solche Anwendungen präsentierte Metaio auch in diesem Jahr auf der Hannover Messe. Doch kaum sechs Woche später verkündet das Unternehmen auf seiner Website, dass der Verkauf seiner Lösungen mit sofortiger Wirkung eingestellt ist. Auch weitergehende Informationen sind nun nicht mehr im Internet zu finden. Was war passiert?

Nach Medieninformationen hat Apple das in München und San Francisco beheimatete Unternehmen übernommen. Offensichtlich will der IT-Riese die Augmented-Reality-Technik künftig in seine eigenen Produkte einbetten und stellte deshalb den Vertrieb als eigenständige Lösung kurzerhand ein. Man kann also damit rechnen, das iPhones und iPads in absehbarer Zeit serienmäßig mit AR-Anwendungen ausgerüstet sein werden. Unter anderem sind weitere IT-Konzerne wie Google und Microsoft, aber auch Hersteller aus der Industrie wie Yogokawa und Siemens dabei, Augmented-Reality-Anwendungen zu entwickeln.

Keine Details zu den Plänen

Apple selbst hat sich zur Akquisition und den Plänen mit Metaio nicht geäußert – das übliche Vorgehen der Kalifornier bei Übernahmen. Allerdings ist der neue Eigentümer durch die Veröffentlichung des Handelsregisterauszugs bekannt geworden. So muss man also abwarten, was aus der Industrie-Sparte von Metaio unter der Apple-Ägide wird. Der IT-Konzern hat sich in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Übernahmen breiter aufgestellt und stellt beispielsweise am 8. Juni auf der weltweiten Entwicklerkonferenz in San Francisco erstmals Lösungen zur Heimautomatisierung vor. Ob es auf dieser Veranstaltung auch Aussagen zur Verwendung der Augmented-Reality-Technik gibt, lässt sich derzeit nur schwer einschätzen.

Eine Diskussion über Möglichkeiten der Anwendung von Augmented Reality in der Industrie finden Sie auf der Website der IEEE Standards Association .

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